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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

06.06.2002
Aktuelles

Sonderlehrgang zum/r Atemschutzgeräteträger/-in


...von 3 Teilnehmerinnen sowie 18 Teilnehmern erfolgreich absolviert.

Der dreitägige Lehrgang lief Anfang Juni 2002 an der Landesfeuerwehrschule (LFS) in Billbrook.
Am ersten Tag erschienen alle angemeldeten 5 Frauen und 19 Männer. Alle 24 von verschiedenen Freiwilligen Wehren Hamburgs. Von 8 bis 15 Uhr wurden der Gruppe nach einer Einführung theoretische Grundlagen aus den Bereichen Medizin und Technik von verschiedenen Ausbildern vermittelt.

Am Dienstag waren es nur noch 23 Lehrgangsteilnehmer: Da unser Ausbilder, Herr Wind, immer wieder vor den körperlichen Anstrengungen gewarnt hatte, entschied sich eine der fünf Teilnehmerinnen den Lehrgang abzubrechen.

An diesem Vormittag mussten die Teilnehmer mit der Panorama-Nova-Maske und Kombinationsfilter folgende Stationen im „leichten Joggingtempo“, wie es Herr Wind beschrieb, durchlaufen:
– Die Treppen in der Übungshalle truppweise 2-mal in das 4. OG hoch und wieder herunterlaufen.
– Im Vierertrupp durch den abgedunkelten Keller des Übungshauses.
– Im Trupp durch das abgedunkelte Röhrensystem der LFS.
– Im Trupp durch den dunklen, sandigen U-Bahnsteig.
– Einzeln zwischen U-Bahn und U-Bahnsteig durchkriechen.
– Einzeln den Baukran bis auf die zweite Zwischenebene besteigen (ca. 20 m hoch).
– Einzeln durch die auf der Seite liegenden ovalen Abwasseröhren kriechen (es handelt sich um unbenutzte Röhren).
– Und zum Schluss wieder die unbeliebten Treppen 2-mal hoch und wieder runter, diesmal aber innerhalb von 2 Minuten.

Nach der dann folgenden Mittagspause wurde zum ersten Mal ein Pressluftatmer angelegt. Erst langsam, dann innerhalb von 2 Minuten nach Vorgabe.

Nachdem das PA-Gerät mehrfach an- und abgelegt wurde, musste dann fast das gleiche Programm wie am Vormittag durchlaufen werden. Mit dem Unterschied, das nun anstatt des Filters (mit einem hohen Atemwiderstand) ein ca. 10 kg schweres PA-Gerät eingesetzt wurde. Außerdem waren nun alle Stationen mit weißem Theaterrauch vernebelt. Fast am Ende des Tages kam es zu einem weiteren Ausfall: Ein Teilnehmer bekam Muskelkrämpfe, als er mit abgenommen PA-Gerät zwischen U-Bahn und Bahnsteig durchrobbte. Der Kamerad wurde mit einem RTW zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht.

Am Mittwoch wurde die Lernerfolgskontrolle geschrieben, in der die Grundlagen abgefragt wurden, die am Montag vermittelt worden waren. Unter anderem mussten die Punkte des alarmmässigen Anlegens des PA-Gerätes mittels eintragen von Zahlen in die richtige Reihenfolge gebracht werden.

Am dritten Tag konnte eine Kursteilnehmerin die Maske nicht mehr anlegen, da sie durch das Material eine allergieartigen Hautreizung bekam.

Nach der theoretischen Prüfung gingen die verbliebenen Teilnehmer mit einem PA-Gerät durch das abgedunkelte Übungschiff „Nixe“. Hier mussten alle durch die besonders engen Schiffsschotten schlüpfen.

Im weiteren Teil der praktischen Prüfungen musste die PA-Strecke im Keller des Übungshauses (bei Dunkelheit) im Trupp durchlaufen werden. Wegen einem Engpass in der PA-Strecke musste das Gerät einmal abgenommen und vor sich her geschoben werden. Ein anderes Mal versperrte eine Tür, die geöffnet werden musste, den weiterlaufenden Gang und ließ die Trupps so in eine Sackgasse laufen.
Außerdem mussten alle Teilnehmer an der Wand montierte Gewichte 10 Mal bis zum Anschlag hochziehen. Am Ende wurden die benötigte Zeit und die verbrauchte Luft notiert.

In der Abschlussübung wurde die Mannschaft in Trupps mit je einem Funkgerät eingeteilt. In dem verqualmten Übungsgebäude musste nach einem präzisen Auftrag bestimmte Bereiche nach Personen (Übungspuppen) abgesucht werden und dann bei verstreuten Prüflingen der Lungenautomat umgestöpselt werden.

Die theoretische und praktische Prüfung wurde von allen bestanden.
Hier noch ein paar Tipps für zukünftige Teilnehmer dieses Lehrgangs:

– Am zweiten und dritten Tag ist es sehr angenehm, wenn man in den Pausen ein Handtuch hat,um sich den Schweiss abzuwischen – und vor allem in jeder Pause ein frisches, trockenes T-Shirt zum wechseln.

– Die NOMEX-Einsatzkeleidung wird erst am zweiten und dritten Tag benötigt.

– Der Feuerwehrsicherheitsgurt wird bei diesem Lehrgang nicht benötigt.

Wir hoffen, mit dieser Beschreibung weitere Kameradinnen und Kameraden zur Teilnahme am Lehrgang für Atemschutzgeräteträger motiviert zu haben.

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Atemschutzgerät Dräger PA 94 plus, in der Kfz.-Halterung im Geräteraum, mit Maske Dräger Panorama-Nova m. Einheitssteckanschluß (ESA) für Überdrucktechnik

Atemschutzgerät Dräger PA 94 plus, in der Kfz.-Halterung im Geräteraum, mit Maske Dräger Panorama-Nova m. Einheitssteckanschluß (ESA) für Überdrucktechnik


Atemschutzgerät Typ Dräger PA 94 plus - das Standardgerät in Hamburg, mit 6 l Composite(GFK)-Flasche bei 300 bar Druck (= 1800 l Luft).

Atemschutzgerät Typ Dräger PA 94 plus - das Standardgerät in Hamburg, mit 6 l Composite(GFK)-Flasche bei 300 bar Druck (= 1800 l Luft).

Galerie
Belastung auf einem Fahrrad-Ergometer (mit einer voreingestellten Watt-Zahl ist eine bestimmte Zeit - abhängig vom Lebensalter - stetig durchzufahren)
Belastung beim Hammerziehen (ein 10 kg-Gewicht ist 20-mal nacheinander vollständig hochzuziehen)
Auf einem Endlosband ist bei einer konstanten Geschwindigkeit eine bestimmte Strecke in vorgegebener Zeit zurückzulegen
Atemschutzgeräteträger vor einer Übung - einmal im Nomex-Schutzanzug, einmal im sog. Bonner Anzug.
Im Realeinsatz wird nur der Nomex-Schutzanzug mit angelegter Flammschutzhaube (im Kragen)getragen.
PA-Träger mit angelegter Dräger Panorama-Nova-Maske mit Einheitssteckanschluß (erkennbar an der roten Abdeckkappe) und angelegter Flammschutzhaube
Dräger-Maske Panorama Nova mit Kombinationsschraubfilter