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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

12.07.2002
Aktuelles

Kondolenzliste für verstorbene Jugendfeuerwehrleute


In der Sturmnacht vom 10. auf den 11.07. sind zwei Kameraden der Jungendfeuerwehr aus Frankfurt und Berlin ums Leben gekommen.

Die Jugendlichen haben an einem Sommerzeltlager in Berlin teilgenommen. Der Zeltplatz wurde durch den Sturm und acht umgestürzte Bäume stark verwüstet.
Hier ein Auszug aus einer Pressemitteilung der Berliner Feuerwehr:
„Einsatzstelle Insel Schwanenwerder

Auf einem Zeltplatz der Halbinsel Schwanenwerder am Wannsee veranstaltete die Berliner Feuerwehr im Rahmen der „Feuerwehrbrücke Berlin-New York“ (siehe www.berliner-feuerwehr.de) ein „Begegnungszeltlager“ der Jugendfeuerwehr, der THW-Jugend und des Jugend-Rotkreuz. Der Zeltplatz wird seit über 50 Jahren für Aufenthalte von Kindern und Jugendlichen genutzt. Es waren neun Jugendgruppen aus sechs Bundesländern mit insgesamt 150 Teilnehmern einschließlich Betreuern beteiligt.

Um 10.54 h verfasste der Deutschen Wetterdienst in Potsdam eine „Gewitterwarnung“, in der Gewitter und Winde bis Stärke 8 im Zeitraum von 10.07., 16 h bis 11.07., 08 h, angekündigt wurden. Um 11.54 h gab der Deutsche Wetterdienst eine „Vorwarnung zur Unwetterwarnung“ mit der Ankündigung schwerer Gewitter mit Starkregen, Sturmböen bis Windstärke 10 und örtlichem Hagel für den Zeitraum vom 10.07., 18 h bis 11.07., 10 h heraus. Um 15.28 h erfolgte als dritte Meldung dieses Tages eine „Unwetterwarnung“ für starke Gewitter, zum Teil mit Starkregen und Sturmböen bis Windstärke 10 für den Zeitraum vom 10.07., 18 h bis 11.07., 03 h.

Daraufhin wurden Maßnahmen zur Sicherung der Zeltstadt vorgenommen. Nachdem bis 19.30 h immer noch keine Anzeichen eines Unwetters auf Schwanenwerder erkennbar waren, veranlasste der Landesbranddirektor, im Internet das aktuelle Wetterbild auszuwerten. Hierbei wurde erkannt, dass sich eine Gewitterfront demnächst Berlin nähern wird. Eine Evakuierung der Jugendlichen von der Halbinsel war aufgrund der Wetter-Informationen nicht erforderlich, da von einem Sommergewitter ausgegangen werden konnte. Bis etwa 20 h hatten alle Amerikaner planmäßig das Lager wieder verlassen und waren auf dem Weg in ihr Hotel.

Ab 20 Uhr zeigte sich am Himmel eine Wetterbildung, die ein stärkeres Unwetter erwarten ließ. Daraufhin wurde vom Landesbranddirektor die vorsorgliche Evakuierung des unteren Zeltlagerbereiches zur geschützten Inselstraße (Entfernung ca. 300 m, Höhenunterschied ca. 30 m) angeordnet und von den Betreuern eingeleitet. Danach verließ der Landesbranddirektor das Zeltlager.

Das aus südwestlicher Richtung kommende Unwetter erreichte die Insel Schwanenwerder jedoch binnen weniger Minuten – mit Windstärken bis zu 150 km/Std. Der Orkan wütete auf der Halbinsel in nur etwa einer Minute mit schier unvorstellbarer Intensität: Innerhalb weniger Minuten stürzten 8 große, alte Bäume mit Stammdurchmessern bis zu einem Meter um. Viele Äste brachen ab. Der Regen weichte den unbefestigten Boden auf. Die überwiegende Zahl der Jungen und Mädchen befand sich auf dem schmalen Treppenpfad zur Inselstraße. Im Uferbereich wurden zwei Jugendliche von Baumteilen getroffen. Betreuungskräfte (Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr, des Jugend-Rotkreuzes und des Arbeiter-Samariter-Bundes) leiteten umgehend Erste Hilfe-Maßnahmen ein. Im Falle des 15-jährigen Sascha G. aus Frankfurt am Main übernahm ein Notarzt die Wiederbelebungsmaßnahmen die jedoch nach ca. 40 Minuten erfolglos eingestellt werden mussten. Bei dem 14-jährigen Maik G. aus Berlin konnte nur noch der Tod festgestellt werden. Der Landesbranddirektor wurde über die Vorkommnisse über Handy informiert, er fuhr daraufhin durch teilweise blockierte Straßen nach Schwanwerder wieder zurück, wo er nach Überwindung der umgestürzten Bäume an der Zufahrt die Einsatzstelle gegen 21.10 h zu Fuß erreichte. Er übernahm die Einsatzleitung.

Zwölf weitere Jugendliche sowie zwei Betreuer wurden leicht bis mittelschwer verletzt und zunächst vor Ort von zwei im Lager vorhandenen Rettungswagenbesatzungen versorgt. Hier kam erschwerend hinzu, dass der Rettungswagen der Berliner Feuerwehr von einem umstürzenden Baum völlig zerstört wurde.

Die sofort eingeleiteten, umfangreichen Rettungsmaßnahmen wurden dadurch erschwert, dass die einzige Zufahrtsstraße zur Insel durch diverse, riesige umgestürzte Bäume blockiert war, sodass ein Herankommen mit Fahrzeugen gar nicht und ein Erreichen zu Fuß nur sehr schwer möglich war. Schweres Bergungs- und Beleuchtungsgerät musste über lange Wegstrecken von den rund 80 eingesetzten Einsatzkräften der Feuerwehr, des THW und der Hilfsorganisationen, zu Fuß zum Unglücksort getragen werden. Vier verletzte Personen wurden mit Booten der DLRG, der DRK-Wasserwacht sowie der Wasserschutzpolizei von Schwanenwerder zur Feuerwache Wannsee transportiert, wo sie von Rettungswagen aufgenommen und in Krankenhäuser verbracht wurden. Polizei, BGS und Bundeswehr waren auf Schwanenwerder mit insgesamt 200 Kräften eingesetzt.

Die überwiegend nur leicht bekleideten und völlig durchnässten Jugendlichen wurden zunächst im Aspen-Institut gegenüber dem Zeltplatz untergebracht. Anwohner der Insel halfen bei der Betreuung mit Decken und warmen Getränken. Die überwiegend unter Schock stehenden Betroffenen wurden durch Notfallseelsorger, psychologisch geschultes Personal von Feuerwehr und Polizei sowie von Jugendpsychologen des zuständigen Bezirksamtes betreut. Eingesetzt wurde auch ein Betreuungszug des DRK.

Erst ab 23.00 Uhr war die Inselstraße nach intensivem Einsatz wieder passierbar, die restlichen Verletzten konnten nun auf dem Landwege in Krankenhäuser transportiert werden. Die übrigen Jugendliche wurden in die ebenfalls auf Schwanenwerder liegende Jugendherberge des Bezirks Tempelhof-Schöneberg verlegt, wo sie die Nacht gemeinsam verbrachten.

Zum gegenwärtigen Zeitraum befinden sich alle Jugendlichen auf dem Weg nach Hause, das Lager wurde abgebrochen. Kräfte des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr nehmen gegenwärtig die Aufräumungsarbeiten wahr.

Da nahezu alle Beteiligten immer noch unter Schock stehen, ist eine differenziertere Rekonstruktion der Vorgänge derzeit noch nicht möglich.

Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Feuerwehr zeigen sich über den tragischen Tod der zwei Jugendfeuerwehrkameraden tief betroffen und versichern den Familienangehörigen ihr tief empfundenes Mitgefühl.“

Für die verstorbenen Jugendlichen wurde im Internet eine Kondolenzliste eingerichtet.
Sie ist unter http://www.jugendfeuerwehr.de/trauert/kondolenz.php erreichbar.

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