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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

18.09.2002
Aktuelles

Feuerwehren legen erste Analyse zum Hochwasser vor


Berlin (ots) - Probleme, Erfahrungen und neue Ideen aus der Hochwasser-Katastrophe vom August: Der Deutsche Feuerwehrverband legt nach drei Wochen eine erste Analyse über den größten Einsatz in der Nachkriegsgeschichte und die notwendigen Konsequenzen daraus vor.

„In diesen Bericht haben 25 Führungskräfte aus elf Bundesländern ihre Erkenntnisse aus der Praxis eingebracht. Mit der schnellen Aufarbeitung wollen wir die Weichen richtig stellen, für einen Katastrophenschutz aus einem Guss mit effizienten Führungsstrukturen, für bessere Warn- und Informationssysteme und eine bessere Vorbereitung der Bevölkerung“, sagt Bernd Pawelke, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), der die Analyse gemeinsam mit DFV-Vizepräsident Albrecht Broemme koordiniert hat.

Der Einsatz zur Bewältigung der Hochwasser-Katastrophe habe unter anderem Mängel in der Führung und der Nachrichtenübermittlung ergeben. Pawelke: „In den Führungsstäben der Verwaltungen müssen routinierte Kräfte sitzen, sie dürfen nicht zur Belastung der Einsatzleitungen vor Ort werden. Ein weiteres Problem waren Löcher im Funknetz. Helfer wären dadurch bei Deichbrüchen in Lebensgefahr geraten. In einem Fall trieb eine Bootsbesatzung mit defektem Motor hilflos in der starken Elbströmung ab, ohne einen Notruf absetzen zu können.“

DFV-Vizepräsident Pawelke: „Auch die Mobilfunknetze sind in solchen Situationen nicht als Ersatz geeignet. Die schnelle Einführung des digitalen Funknetzes für alle beteiligten Organisationen ist nötig – die Finanzministerkonferenz darf dieses Projekt nicht länger blockieren. Unter der Finanzierung darf auch nicht die übrige Ausstattung der Feuerwehren leiden. 30 Jahre alte Pumpen erweisen sich bei solchen Katastrophen nur für kurze Zeit als einsatztauglich. Das hat die Praxis jetzt bewiesen.“

Um die Führung zu verbessern, drängt der DFV auf stärkere Stabsausbildung, mehr praktisches Training und neue Strukturen. Pawelke: „Die strikte Trennung von Bundeskompetenzen beim Zivilschutz als Teil der Verteidigung und Länderkompetenzen beim Katastrophenschutz muss aufgehoben werden. In bestimmten Fällen
scheint es erforderlich, bedarfsgerecht mobile Unterstützungskräfte anzubieten. Außerdem müssen auch über Ländergrenzen hinweg vermehrt Großübungen stattfinden.“

Eine stärkere Rolle soll die Zentralstelle für Zivilschutz der Bundesregierung spielen. „Ihr müssen alle einsatzrelevanten Daten der Länder und der Organisationen übermittelt werden, damit ein zentrales Lagebild erstellt werden kann. Einsatzpläne und Alarmstufen für künftige Hochwasser bedürften ebenfalls der Abstimmung“, sagt der DFV-Vizepräsident.

Noch einmal bestätigt haben sich für den Spitzenverband der Feuerwehren die Forderungen nach einem verlässlichen Warnsystem für die Bevölkerung und mehr staatlichem Engagement im Selbstschutz, beides Erkenntnisse aus den Terroranschlägen vom 11. September. Pawelke: „Die Menschen wollen sich selbst und anderen helfen. Diese Bereitschaft müssen wir konsequent nutzen und die Bevölkerung entsprechend anleiten und aufklären.“

Als positives Beispiel bei der Auswertung gilt die zentrale Koordinierungsstelle für Sandsäcke bei der Berufsfeuerwehr Nürnberg. Für künftige Katastrophen solle ein Dispositionszentrum für Helfer und Material geschaffen werden. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Einsatzkoordinierung durch die Länder teilweise unzureichend gewesen sei.

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