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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

17.01.2003
Aktuelles

Zivilschutz erst in 10 Jahren gegen Terroranschläge gerüstet


Bonn / Berlin (ots) - Der Katastrophenforscher Wolf Dombrowsky geht davon aus, dass der Zivilschutz für die deutsche Bevölkerung erst in zehn Jahren an die neue terroristische Bedrohungslage angepasst sein wird.

Derzeit könnten lediglich bis zu 100 Verletzte eines Anschlags versorgt werden, sagte Dombrowsky am Donnerstagabend im Fernsehsender PHOENIX. „Alles, was über diese Zahl hinaus geht, ist vom bestehenden Katastrophenschutz nicht beherrschbar“, betonte der Leiter der Katastrophenforschungsstelle an der Universität Kiel. Befehls- und Koordinationsstrukturen seien eher auf lokale Ereignisse zugeschnitten. Bei „flächendeckenden und lang andauernden Schadensfällen“ seien die Dienste überfordert.
   
„Verheerend“ nannte Dombrowsky den „täglichen Schlendrian“ bei den betroffenen Einrichtungen. Es seien die „Kleinigkeiten, die nicht stimmen, wie etwa die Telefonlisten in den Alarmplänen“. Unbedingt notwendig sei die Definition eines Schutzzieles, ein Generalplan und „vernünftige Konzepte, die permanent geübt und aktualisiert werden müssen“.
   
Dombrowsky kritisierte zudem, dass es nach dem großflächigen Abbau der Sirenen in den 90er Jahren „kein System für die Warnung der Bevölkerung“ gebe: „Bislang finden alle Aktivitäten hinter dem Rücken der Menschen statt.“ Dabei seien Investitionen nicht unbedingt teuer: Eine gute und umfassende Aufklärung etwa über die Internet-Seiten der Innenministerien sei für wenig Geld zu machen. 
   
Als Vorsorge vor Anschlägen empfahl Dombrowsky dem einzelnen Bürger die Anschaffung von Schutzmasken, Atropin-Spritzen (Gegengift gegen Insektizide), Antibiotika, sowie eines guten Verbandskastens und eines Feuerlöschers.

Originaltext Phoenix

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