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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

27.03.2003
Aktuelles

TETRAPOL hat die Nase vorn.


Der TETRAPOL-Standard hat im Vergleich der Digitalfunknetze für die nationalen Behörden und Organisationen mit Rettungs- und Sicherheitsaufgaben die Nase vorn.

Mit 1,46 Millionen Quadratkilometer ist die  Fläche der Länder, die sich für TETRAPOL entschieden haben, deutlich größer als beim Digitalfunk-Standard Tetra (0,88 Millionen Quadratkilometer). Die Gesamtbevölkerung der mit TETRAPOL versorgten Gebiete liegt ebenfalls deutlich höher als beim Mitbewerber. So leben in den Ländern, deren Behörden TETRAPOL eingeführt haben, rund 147 Millionen Menschen. In den Ländern, die den TETRA-Standard verwenden oder seine Verwendung vorbereiten, sind es 104 Millionen. Für TETRAPOL haben sich bereits Frankreich, Spanien, die Schweiz, die Tschechische Republik, die Slowakische Republik und Rumänien entschieden. 
   
Würde der Standard auch in Deutschland mit seinen 82 Millionen Einwohnern und einer Größe von 357 000 Quadratkilometer den Zuschlag erhalten, wären Fläche und Bevölkerungszahl der mit TETRAPOL versorgten Gebiete mehr als doppelt so groß wie die der Tetra-Netze (siehe auch Infografik).
 
TETRAPOL-Konsortium steht in Deutschland in den Startlöchern

Schon vor längerer Zeit wurde in Deutschland der Wunsch nach einem digitalen Funknetz für die BOS geäußert. So hat sich 1994 die Innenministerkonferenz auf das Ziel verständigt, die polizeilichen Sprech- und Datenfunknetze zu digitalisieren. Derzeit arbeiten deutsche BOS noch mit alter Technik – einem analogen Funknetz, das auf einer Errichtungs- und Betriebsgenehmigung vom 18. Januar 1951 basiert. In diesem Netz können die Sicherheitskräfte eine Reihe von Funktionen nicht nutzen, die ihnen innerhalb von digitalen Funknetzen nach neuestem technischem Stand zur Verfügung stünde; so zum Beispiel bessere und schnellere Datenübertragung sowie die Verbindung zu anderen Kommunikationsnetzen. Die bestehende Technik zeigte zudem in Krisenfällen Schwächen – so zum Beispiel bei der Flutkatastrophe im Sommer 2002. Damals herrschte Funkstille bei vielen Einsatzkräften wie dem Roten Kreuz.
   
Speziell für BOS entwickelt
   
TETRAPOL ist ein Digitalfunk-Standard, dessen Funktionalitäten speziell auf die Bedürfnisse der BOS hin entwickelt wurden. TETRAPOL zeichnet sich neben der höheren Funkreichweite auch durch die gute Verfügbarkeit in schwierig zu versorgendem Gelände (Tunnel, Gebäude, Gebirge) und eine hohe Sicherheit in der Datenübertragung aus. 

Den BOS bietet TETRAPOL folgende Dienste: 
   

  • Gruppenkommunikation: Leitstelle und berechtigte Teilnehmer können Gruppen bilden und modifizieren.
  • Einzelverbindung: Durch Anwahl eines Endgerätes kann innerhalb des Netzes eine Einzelverbindung hergestellt werden.
  • Verbindung zu anderen Telekommunikationsnetzen sind möglich.
  • Rufpriorisierung: Bestimmte Rufe, wie z.B. Notrufe, werden mit höchster Priorität übertragen.
  • Direktmodus: Kommunikation ist zwischen Einzelgeräten ohne Netzinfrastruktur möglich.
  • Datenübertragung: Dazu zählen zum Beispiel Datenbankabfragen, E-Mails, Fahndungsfotos oder Fingerabdrücke.

Moderne IP-Technik senkt Aufbau- und Betriebskosten

Seit der Entstehung wurde kontinuierlich an der weiteren Verbesserung von TETRAPOL gearbeitet. Dabei nahmen auch die Erfordernisse landesweiter BOS-Netze eine hohe Priorität ein. In einem jüngsten Entwicklungsschritt wurde der TETRAPOL-Standard so ausgebaut, dass die Netze auf moderner IP-Technologie (Internet Protokoll) basieren können, ähnlich der IP-Telefonsysteme (zum Beispiel UMTS). TETRAPOL 2004.IP heißt die TETRAPOL-Neuheit. Die Sprache wird dabei in IP-Pakete umgewandelt und kann über die gleichen Netze verschickt werden wie Daten. Dieses so genannte IP-Backbone-Netz ist ein Hochgeschwindigkeits-Datennetz, wie es heute in Deutschland bereits weitgehend flächendeckend vorhanden ist. Zudem können andere existierende Datennetze, wie zum Beispiel Intranets, in das Backbone einbezogen werden. Dadurch müssen die BOS nicht mehr verschiedene Netze unterhalten, sondern können Kommunikation und Datentransfer über ein einziges Netz abwickeln. Das senkt die Kosten noch weiter.Außerdem bietet TETRAPOL 2004.IP weitere TETRAPOL-ergänzende Funktionen an. So macht der neue Standard einen lückenlosen Wechsel zwischen den Funkzellen (Handover) möglich. Das gleichzeitige Hören und Sprechen (Duplex) ist wie beim normalen Telefonieren realisiert. Die Übergänge zu heutigen analogen Systemen sind kostengünstig verfügbar. Damit verfügt TETRAPOL 2004.IP über ein sehr breites Spektrum von Diensten und Leistungsmerkmalen. 
   
TETRAPOL entstand aus einer Initiative von Anwendern und Herstellern im BOS-Bereich, die schon frühzeitig die Bedeutung digitaler, verschlüsselter Sicherheitsfunknetze wahrgenommen haben. 1994 gründeten die Beteiligten das TETRAPOL-Forum, das heute von 15 Ländern sowie internationalen Firmen wie Ceotronic, Sagem, Schlumberger und Siemens unterstützt wird. Das System wurde sehr pragmatisch und in enger Kooperation zwischen Anwendern und Herstellern, also unter Einbeziehung von Behörden und Organisationen für Sicherheitsaufgaben wie Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz entwickelt. Daraus entstand ein BOS-Anforderungskatalog, der systematisch umgesetzt und in TETRAPOL integriert wurde.

Originaltext TETRAPOL

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