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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

06.06.2003
Aktuelles

Organisationsuntersuchung für die Freiwilligen Feuerwehren


In einem informativen Schreiben an alle Freiwilligen Feuerwehren Hamburgs, informiert Staatsrat Walter Wellinghausen (Behörde für Inneres) über die Organisationsuntersuchung für die FF Hamburg.

Es gilt das geschriebene Wort (Schreiben vom 03.06.2003):

Organisationsuntersuchung für die Freiwilligen Feuerwehren

Sehr geehrte Herren,

in den vergangenen Wochen wurde mehrfach über eine Untersuchung für die Freiwilligen Feuerwehren berichtet. Nicht alle Informationen oder Medienberichte haben dabei den tatsächlichen Sachverhalt wiedergegeben. Mit diesem Brief möchte ich Sie über die derzeitigen Fakten informieren und damit gleichzeitig den vielfältigen Gerüchten Einhalt gebieten.

In jeder großen Organisation muss kontinuerlich hinterfragt werden, wie Anpassungsprozesse angestoßen und umgesetzt werden, damit die Herausforderungen der Zukunft gemeistert werden können. Dies ist für die Feuerwehr (Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren) zum Wohle unserer Bürger und Bürgerinnen von besonderer Bedeutung. Diesbezüglich wurden in den vergangenen Monaten auch Fragen zur Weiterentwicklung der Freiwilligen Feuerwehren gestellt. Die daraus resultierende Diskussion hat in verschiedenen Fällen Irritationen ausgelöst, so dass ich mich veranlasst sah, am 7. Februar 2003 eine gemeinsame Besprechung mit den gewählten Führungskräften der Freiwilligen Feuerwehren und der Amtsleitung der Feuerwehr zu führen. Dieses gemeinsame Gespräch führte einhellig zur Anregung, dass ein unabhängiges Beratungsunternehmen beauftragt wird, eine Organisationsuntersuchung der Freiwilligen Feuerwehren durchzuführen.

Die Konkretisierung des Auftrages habe ich mir dabei persönlich vorbehalten. Unabhängig von dieser Organisationsuntersuchung wurden folgende Punkte gemeinschaftlich festgelegt:

  • 87 Freiwillige Feuerwehren sollen erhalten bleiben.
  • die Gründung von Freiwilligen Feuerwehren in neuen Siedlungsgebieten ist zu fördern.
  • jede Freiwillige Feuerwehr mit einem eigenen Ausrückebereich soll ein eigenes Feuerwehrhaus haben und mit zwei Löschfahrzeugen (LF 16/12 oder LF 16 KATS) ausgestattet sein (Finanzierungsvorbehalt °).
  • die Erschließung weiterer Möglichkeiten und Hilfsmittel für die Personalgewinnung wird untersucht.
  • die Stadtgebiete sollen analysiert werden, in denen die Freiwilligen Feuerwehren seit 1994 stärker eingebunden sind, aber die Anforderungen nicht in vollem Umfang erfüllen können.

° – soweit dies im Rahmen der bereitgestellten Haushaltsmittel durch die Hamburgische Bürgerschaft möglich ist.

Die Beauftragung des unabhängigen Beratungsunternehmens erfolgt unmittelbar nach Abschluss des Ausschreibungs- und Bewertungsverfahrens. Dabei gehe ich davon aus, dass alle Seiten der Feuerwehr (Berufs- und Freiwillige Feuerwehren) die Arbeit, soweit erforderlich, effektiv begleiten.

Das Beratungsunternehmen soll sich im Rahmen der Organisationsuntersuchung zu folgenden Fragen äußern:

Zur dauerhaften Stärkung der Zukunftsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehren in den Bereichen Brandschutz, Technische Hilfeleistung, Rettungsdienst und Katastrophenschutz sowie zur Förderung des Ehrenamtes sollen die künftige Ausrichtung, die Ausstattung und Organisation der Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg sowie deren Einbindung in die Feuerwehr Hamburg untersucht werden.

    1. Wie wird die Aufgabenverteilung zwischen den Berufs- und den Freiwilligen Feuerwehren beurteilt und welche Möglichkeiten zu deren Optimierung bestehen für die Zukunft?
    2. Welche Möglichkeiten einer Verbesserung der Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr, insbesondere im operativen Bereich, werden zukünftig gesehen? Welche Auswirkungen auf die Struktur der Freiwilligen Feuerwehren sind hieraus unter Beachtung des Ziels der Stärkung der Selbstverwaltung abzuleiten?
    3. Wie kann die Personalgewinnung der ehrenamtlichen Kräfte gefördert und stabilisiert werden und die Aus- und Fortbildung darauf ausgerichtet werden?

Vom Auftragnehmer werden detaillierte Vorschläge für Maßnahmen und deren Umsetzung erwartet. Für vorzuschlagende Maßnahmen, die zusätzliche Ressourcen erfordern, sind entsprechende Umschichtungsmaßnahmen innerhalb der Feuerwehr vorzuschlagen.

Die Untersuchung soll im III. Quartal 2003 begonnen und der Abschlußbericht binnen vier Monaten vorgelegt werden.

Mit der Vorlage der Ergebnisse der Organisationsuntersuchung durch das unabhängige Beratungsunternehmen werde ich die Diskussion mit dem gleichen Personenkreis fortsetzen und eine abschließende Bewertung vornehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt sind präjudizierende Einzelfallentscheidungen und Diskussion über die Medien für die Sache schädlich.

Sollten Sie Anregungen haben, so würde ich mich über eine E-Mail von Ihnen freuen. In der Hoffnung, Ihnen und allen Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren mit diesen direkten Informationen ein klares Bild der Fakten zugänglich gemacht zu haben, verbleibe ich

 

mit freundlichem Gruß

 

W. Wellinghausen

 

Die Veröffentlichung erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Staatsrat Walter Wellinghausen.

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