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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

07.07.2003
Aktuelles

150 Jahre Deutscher Feuerwehrverband sind Erfolgsgeschichte


Bundesinnenminister Otto Schily hat heute auf der 150-Jahr-Feier des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) in Ulm die Arbeit der Freiweilligen Feuerwehren in Deutschland gewürdigt.

Für seine Verdienste hat der Bundesinnenminister außerdem dem scheidenden DFV-Präsidenten, Gerald Schäuble, das THW-Ehrenzeichen in Gold verliehen. Schäuble hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere um das partnerschaftliche und effiziente Zusammenwirken von THW und Feuerwehr verdient gemacht. Viel Erfolg bei seinen künftigen Aufgaben wünschte der Bundesinnenminister dem neugewählten Präsidenten des DFV, Hans-Peter Kröger.

Schily in seiner Festrede in Ulm:

„Höchstes Ansehen hat sich der Deutsche Feuerwehrverband mit seinen Mitgliedern in 150 Jahren durch Kompetenz, Verlässlichkeit, technische und logistische Höchstleistungen und vorbildliches bürgerschaftliches Engagement hart erarbeitet. Für diesen stetigen, herausragenden Einsatz zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger danke ich Ihnen allen sehr herzlich im Namen der Bundesregierung und gratuliere dem Verband zu diesem stolzen Jubiläum.

Die Freiwilligen Feuerwehren zählen mehr als 1,4 Millionen Mitglieder. Von anderen Nationen werden wir darum zurecht beneidet. Ergänzt durch fünf private Hilfsorganisationen mit einer weiteren halben Million Mitglieder und das THW ist dieses System in der ganzen Welt ohne Beispiel. Damit das so bleibt, wollen wir das Ehrenamt auch in Zukunft weiter stärken.“

Schily stellte heraus, dass bei jüngsten Umfragen nach dem Vertrauen der Deutschen in die Berufsstände die Feuerwehr unangefochten an der Spitze liege. Danach schenkten 97 Prozent der Befragten ihr „sehr hohes“ oder „ziemliches hohes“ Vertrauen. Damit liegen Feuerwehrleute noch vor Krankenschwestern, Piloten und Apothekern. Der Wert für „sehr hohes“ Vertrauen sei mit 55 Prozent geradezu konkurrenzlos, so Schily.

Der Bundesinnenminister weiter:

„Während der Flutkatastrophe vor einem Jahr haben die Hilfsorganisationen ihre Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wir haben erlebt, wie viel Not die Helferinnen und Helfer lindern und oft Schlimmeres verhindern konnten. Das war nur möglich, weil das Ehrenamt in unserem Land Tradition hat und weil die Solidarität in unserer Gesellschaft weiterhin lebendig ist. Gerade Jugendliche haben während der Flut spontan und oft bis zur Erschöpfung geholfen. Es freut mich daher, dass bei diesem Jubiläum auch die Jugendfeuerwehren gut vertreten sind. Jugendarbeit ist die beste Zukunftsinvestition, und die ehrenamtliche Arbeit in den Hilfsorganisationen ist ein entscheidender Beitrag für unsere Sicherheit.

Die Analyse der Fluthilfe, aber auch die Schlussfolgerungen aus den furchtbaren Anschlägen vom 11. September 2001 haben verdeutlicht, dass wir unser Hilfeleistungssystem weiter optimieren müssen. Bund und Länder haben sich im vergangenen Jahr auf eine neue Rahmenkonzeption für den Zivil- und Katastrophenschutz verständigt. Auch wichtige Vorschläge des Deutschen Feuerwehrverbandes sind dabei berücksichtigt worden.

Grundgedanke der „Neuen Strategie zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland“ ist die gemeinsame Verantwortung von Bund und Ländern für außergewöhnliche Gefahren- und Schadenlagen. Es geht nicht um neue Zuständigkeiten, sondern um partnerschaftliches Zusammenwirken über föderale Grenzen hinweg. Die Bürger erwarten im Notfall kein Kompetenzgerangel, sondern wirkungsvolle Hilfe. Wir alle müssen uns langfristig auf die neuen Herausforderungen des Zivil- und Katastrophenschutzes einstellen. Dabei können wir auf ein bewährtes System der Gefahrenabwehr aufbauen: das effiziente Zusammenspiel von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Organisationen im deutschen Hilfeleistungssystem. Dieses gilt es gemeinsam weiter zu stärken.“

Zu den Neuerungen im Zivil- und Katastropheschutz gehören insbesondere ein neues Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum (GMLZ), das Deutsche Notfallvorsorge-Informationssystem deNIS, ein satellitengestütztes Kommunikationssystem zur schnellen und flächendeckenden Warnung der Bevölkerung, der Ausbau der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) und die Stärkung der Selbsthilfe der Bevölkerung.

Außerdem hat die Bundesregierung dort, wo es notwendig war, rasch und entschlossen gehandelt. An die Länder sind – trotz angespannter Haushaltslage – rund 650 Zivilschutzfahrzeuge ausgeliefert worden, neben Krankentransportwagen vor allem moderne ABC-Erkundungskraftwagen. Deutschland verfügt nun erstmals über ein hoch mobiles System zur Aufspürung, Messung und Erfassung von radiologischen, biologischen und chemischen Kontaminationen.

Die Bundesregierung werde sich außerdem nachdrücklich für den Aufbau eines bundesweiten digitalen Sprech- und Datenfunknetzes für Polizei, Katastrophenschutz und andere Sicherheitsbehörden einsetzen, so Schily abschließend. Der Bund übernimmt hier die Federführung.

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