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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

02.01.2004
Aktuelles

Silvester war ruhig,
aber etwas ungewöhnliches
gab es doch zu berichten


Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Ortsteil Lurup, 01.01.2004, 01:07 Uhr.
Alarm für die FF Lurup zu einem Feuer klein in die Recknitzstraße. Bericht über die besondere Witterungslage aus Sicht des Wehrführers.

Als ich sowohl als auch die anderen Kameraden aus den Wohnungen zum Auto wollten, sahen wir – NICHTS! Wir hatten durch die Wetterlage und den Schmauch der Böller so einen dichten Nebel, dass Sichtweiten von nur 2 m (!) herrschten.

Auf der Anfahrt zur Wache, die sich etwa 500m entfernt befindet, habe ich mich einmal verfahren, weil aus dem Auto nicht mal der Bordstein zu erkennen war. Andere Kameraden haben das Auto einfach am Straßenrand stehen lassen und liefen zu Fuß zur Wache.

Die Anfahrt zur Einsatzstelle gestaltete sich nicht minder schwierig, da einfach nichts zu sehen war… Keine Straße, keine Häuser, nicht mal die Straßenlaternen. Es kam uns ein Linienbus entgegen, der fragte, wo denn nun der Weg zur Elbgaustraße war.

Das LF-Bund hat eine andere Anfahrt gewählt und hier hat der Gruppenführer 2 Mann mit Blinklampen zu Fuß vorgeschickt, damit sie erkunden konnten wo überhaupt Seitenstraßen oder geparkte Fahrzeuge standen. Dann doch endlich an der Einsatzstelle angekommen (eine kleine Sackgasse, ca. 700 Meter lang), entschieden wir uns, die Fahrzeuge stehen zu lassen um zu Fuß weiter zu gehen und um Unfälle mit geparkten PKW zu vermeiden.

Wir nahmen also alle Kleinlöschgeräte mit, die wir auf den Fahrzeugen hatten und haben den Container gesucht. Der war gnädig mit uns 😉 und brannte auch noch. Bis dahin waren so ca. 20 Minuten vergangen.

Auf dem Rückweg wurden die Fahrzeuge über 2m-Funk rückwärts aus der Sackgasse dirigiert (ca. 10 m waren wir reingefahren), weil ein Sicherungsposten im Rückspiegel ebenfalls nicht zu erkennen war. Auf diese Weise sind wir mit Fußstreifen, „bewaffnet“ mit Blinklampen, langsam wieder zurück zur Wache gegangen. Mittlerweile hatten wir ca. 15 PKW im „Schlepptau“, die sich an uns orientierten.

Die gesamte Einsatzdauer betrug glatte 53 Minuten und das für einen Müllcontainer, der nur ca. 1,3 km vom Feuerwehrhaus entfernt war.

In meiner 20-jährigen Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg habe nichts vergleichbares an Wetterlagen erlebt.

Jörg Braatz
Freiwillige Feuerwehr Lurup

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Copyright Illustation: Thomas Schwarz

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