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Rund um die Uhr einsatzbereit: Für uns Ehrensache!

Freiwillige Feuerwehr Hamburg

13.05.2004
Aktuelles

„Wir werden hier gebraucht!“


Die Berichterstattung in den Medien reißt nicht ab, wie das folgende Beispiel der FF Neuenfelde Süd zeigt.

Freiwillige aus Neuenfelde wehren sich gegen Zusammenlegungspläne.

Von Jana Gerlach

„Wir sind beunruhigt,“ sagt Dieter Holst (39) Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Neuenfelde-Süd. „Gestern Morgen haben wir im Abendblatt gelesen, dass wir eventuell mit Neuenfelde Nord zusammengelegt werden sollen“, so der hauptberufliche Diplom-Ingenieur, der seit 22 Jahren bei der FFW ist. Gemeint ist ein Bericht über eine von der Innenbehörde in Auftrag gegebene Strukturanalyse der Unternehmensberatung Mummert Consulting, wonach 27 von 87 Wehren eingespart werden können. Darunter die in Neuenfelde. Das Beispiel Neuenfelde. Das Abendblatt hat dort nachgefragt.

Wieso sie als eigenständige Wehr überflüssig sein könnten, ist den 32 Mitgliedern unbegreiflich. „Gerade gestern haben wir einen Mann mit Herzinfarkt versorgt und waren als Erste bei einem Motorradunfall“, sagt Wehrführer Thomas Rehder (34). 17 Mitglieder sind als Sanitäter ausgebildet, elf haben die Berechtigung, mit Stromstößen Herzkreislaufstillstand zu behandeln. Die Wehr ist 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr einsatzbereit. Im Monat werden die Ehrenamtlichen rund 15-mal zu einem Einsatz gerufen.

Zu den Notfalleinsätzen kommen Großveranstaltungen: „Wir sichern die Absperrungen beim Hafengeburtstag oder bei den HEW-Cyclassics, kümmern uns um Verletzte oder Ohnmächtige“, so Rehder. Außerdem hat jeder ein Spezialgebiet. Während der eine für die technische Ausrüstung und die Fahrzeuge zuständig ist, kümmert sich der andere um den Feuerwehr-Nachwuchs.

Diese soziale Aufgabe der FFW übernimmt für beide Wehren – Nord und Süd – Jendrik Stelling (28). Der Steuerfachangestellte betreut jeden Sonnabend seine Schützlinge in der Jugendwehr. Mit den 27 Jugendlichen fährt er in den Heidepark, ins Zeltlager, bildet sie an den Geräten und in Erster Hilfe aus. „Hier haben die Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.“ Die Ehrenamtlichen werden auch in anderen sozialen Bereichen gebraucht. „Wir kommen gerade von einem Einsatz, da haben wir Hilfe bei Ehestreitigkeiten mit psychischen Problemen geleistet“, so Rehder. Die meisten Mitglieder der FFW verbindet nicht nur der Wunsch zu helfen – bei vielen haben schon die Vorfahren angepackt: „Unsere Väter und Großväter waren in dieser Wehr“, sagt Holst, „wir werden hier gebraucht!“ Deshalb wollen beide Wehren eigenständig bleiben. Thomas Rehder: „Die beiden gut ausgebildeten Wehren bedeuten ein hohes Sicherheitsgefühl für die Bürger.“

erschienen am 13. Mai 2004 im Hamburger Abendblatt

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