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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

17.09.2004
Aktuelles

LNA-Übung an der LFS


Auf dem Rückweg von einer Klassenreise wurde ein Reisebus aus Bayern seitlich von einem LKW gerammt. 60 verletzte und teilweise eingeklemmte Kinder mußten aus dem umgestürzten Reisebus gerettet und versorgt werden.

Zum Glück handelte es sich nur um eine Übung an der Landesfeuerwehrschule Hamburg.

Hier wurden vom 09.09. bis zum 12.09. insgesamt 36 Notärzte aus dem gesamten Bundesgebiet zum Leitenden Notarzt fortgebildet. Die Übung am Sonntagvormittag, die vom Landesfeuerwehrarzt Dr. Oppermann vorbereitet wurde, hatte das Ziel die erworbenen theoretischen Kenntnisse der Lehrgangsteilnehmer zu vertiefen und insbesondere erste Erfahrungen über Strategien, Probleme und Schwachstellen bei einem Massenanfall von Verletzten zu erwerben.
Eines der Übungsziele war die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachdiensten zu üben, neben den Notärzten waren auch verschiedene Feuerwehrkräfte und Einheiten des Rettungsdienstes eingesetzt.
Die Feuerwehren kamen dabei aus zwei Bundesländern (FF Escheburg aus Schleswig Holstein sowie FF Lurup und FF Billstedt-Horn aus Hamburg) und sollten neben der Sicherstellung des Brandschutzes in erster Linie die technische Rettung durchführen und anschließend bei der Versorgung der Patienten und bei Transportaufgaben unterstützen.
Zusätzlich waren weitere Kräfte von FF und BF mit Führungs- und Verwaltungsaufgaben bei der Übung beschäftigt. Unbedingt müssen noch die Statisten erwähnt werden, die vom Jugendrotkreuz und den Jugendfeuerwehren aus Billstedt-Horn und Ausleben (befreundete JF) gestellt wurden.
Diese wurden bereits früh am Sonntag durch die Mitglieder des RUD – Teams (Realistische Unfall Darstellung) geschminkt und auf ihre Rollen vorbereitet.
Um 11.30 Uhr begann die Übung mit dem Alarmstichwort Busunfall, zunächst fuhr die FF Escheburg als erster Löschzug in Richtung des Einsatzortes. Dort stellte sich den Einsatzkräften ein erschreckendes Bild, ein vollbesetzter Schulbus war infolge einer Kollision mit einem LKW umgestürzt. Zusätzlich war ein PKW unter den LKW gerast.

Einige Insassen von Bus, LKW oder PKW waren teilweise schwer eingeklemmt. Es gab dabei eine Vielzahl von Verletzten, die teilweise in den Fahrzeugen waren oder orientierungslos auf der Straße umherirrten. Zunächst ging es für die ersteintreffenden Kräfte darum, sich einen Überblick über den Schadensumfang zu verschaffen. Noch während der Lageerkundung trafen die ersten RTW sowie das erste NEF am Einsatzort ein.

Nachdem sich der anwesende Notarzt mit Unterstützung des Zugführers einen ersten Überblick verschafft hatte, wurde mit der Rettung begonnen. Hierzu wurden mehrere Einsatzabschnitte gebildet, nach und nach trafen immer mehr Einheiten der Feuerwehr und des Rettungsdienstes ein, so dass die technische Rettung zügig voranschritt. Die geretteten Personen wurden zunächst zur Verletztenablage transportiert, wo sie bereits in groben Kategorien abgelegt und notdürftig rettungsdienstlich versorgt wurden. In der Zwischenzeit wurde der Verbandplatz mit den Schnelleinsatzzelten aufgebaut, nachdem dieser betriebsbereit war, wurden die Verletzten entsprechend der Schwere ihrer Verletzungen in die verschiedenen Bereiche des Verbandplatzes transportiert. Dort erfolgte eine weitere Stabilisierung, sowie die Vorbereitung für den Abtransport in die umliegenden Krankenhäuser.

 
Ein weiteres Ziel der Übung war es zu erkennen, dass die Kräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr zielgerichtet eingesetzt werden müssen, um allen Verletzten eine möglichst gute Versorgung zukommen zu lassen. Von daher ist es auch erforderlich den unkontrollierten Abtransport von Verletzten ins nächstgelegene Krankenhaus zu unterbinden, so dass die Verletzten gezielt in einzelne Krankenhäuser verbracht werden. Denn das Chaos, was verständlicherweise vor Ort nach einem solchen Unglücksfall an der Einsatzstelle herrscht, muss nicht im nächstgelegenen Krankenhaus fortgesetzt werden.
Nachdem alle Verletzten auf dem Verbandplatz angekommen waren und der Abtransport in die Krankenhäuser beginnen konnte, wurde durch den einen oder anderen Helfer ein Blick auf die Uhr riskiert. Und dabei haben wir uns teilweise ganz schön erschrocken, denn für die Rettung und Erstversorgung der 52 Verletzten wurden etwa 75 Minuten benötigt, was sicherlich im Vergleich mit den Zeiten eines normalen PKW-Unfall´s sehr lang ist. Für diese Lage war es jedoch eine sehr gute Zeit, die nur aufgrund der guten räumlichen Organisation möglich war. Im Anschluss an die für alle Beteiligten sehr lehrreiche Übung wurde gemeinsam Mittag gegessen, wobei ein intensiver Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Beteiligten stattfand.
Für die Kameraden der FF Billstedt-Horn stand fest, dass es sich bei dieser außergewöhnlichen Übung nicht nur um eine Fortbildungsmaßnahme für die Notärzte handelte, sondern dass auch wir eine Menge dazugelernt, bzw. erstmals angewandt haben.

Text: Clemens Köhler
Fotos : FF Billstedt-Horn

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Schadenlage bei Ankunft

Schadenlage bei Ankunft

Galerie
realistisch geschminkter Verletztendarsteller
Verletzte mit unterschiedlichen Verletztungsmustern
Einweisung B-Dienst
Erstversorgung
Gesamtansicht Unfallstelle
Vorbereitung der Rettung
Rettung einer eingeklemmten Person aus LKW
Versorgung in der Verletztenablage
Versorgung auf dem Verbandplatz
Landesfeuerwehrarzt, Dr. Stefan Oppermann