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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

07.10.2004
Aktuelles

Reisebericht der Überführung eines Feuerwehrfahrzeuges nach Bulgarien


feuerwehr-hamburg.de berichtete in der Vergangenheit schon über das Vorhaben ein Feuerwehrfahrzeug nach Bulgarien zu überführen. Nun hat uns der Reisebericht der Gruppe erreicht.

Die Freiwillige Feuerwehr Eimsbüttel durfte zusammen mit dem Bezirksamt Eimsbüttel ein ausgemustertes Löschfahrzeug LF 16-TS (BUND, Magirus F 130 D 9 A) vom Baujahr 1984 nach Varna (Bulgarien) überführen.

Die Kameraden Jörg Eckloff und Frank Kremer von der FF Eimsbüttel sowie die Mitarbeiter vom Bezirksamt Uwe Salz und Horst Stadelmann sind am Freitag gegen 07.30 Uhr von der Unterkunft der FF Eimsbüttel abgefahren.

Die Fahrt ging quer durch 5 Länder: Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien.

Unsere erste Übernachtung in Tschechien, kurz hinter Prag in dem Ort Říčany. Wir haben hier ein gutes Hotel mit dem Namen Pavilon gefunden. Leider fiel in der Nacht das Computersystem aus, welches die Heizung regelt. Somit wurde es sehr warm in den Zimmern.

Am nächsten Tag sind wir um 8.15 Uhr losgefahren und bis in den Abend hineingefahren, um kurz vor der rumänischen Grenze in Ungarn zu übernachten. Unterkunft fanden wir in dem Ort Békéscsaba, das Hotel hatte eine bayrische Aufmachung. Je weiter wir an die rumänische Grenze kamen, um so schlechter wurde leider auch der Straßenzustand.

Auch am 3. Tag sind wir wieder sehr früh weitergefahren. Erste Schwierigkeiten gab es am Grenzübergang Ungarn/Rumänien, wo wir auf einen LKW-Stau von ca. 7 Km trafen. Nachdem die Zöllner mitbekamen, dass wir ein Feuerwehrfahrzeug als Geschenk nach Bulgarien bringen, wurden wir an dem Stau vorbeigelotst. Da wir an der Grenze nicht gewogen wurden, sollte uns bei der Ausreise aus Rumänien eine Überraschung erwarten, denn Wiegen ist bei der Ein- und Ausreise Pflicht in Rumänien. Nach langem Palaver durften wir endlich weiterfahren.

Bis nach Bukarest konnten wir nur Landstraße fahren. Die Trucker fuhren innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften die gleiche Geschwindigkeit von ca. 90 Km/h. Wer langsamer fuhr, wurde gnadenlos überholt. Gerade in Rumänien sind die Straßen katastrophal. gegen 22.30 Uhr sind wir an der rumänisch-bulgarischen Grenze angekommen, wo wir erwartet wurden.

Wir sind dann noch in der Nacht nach Varna durchgefahren, wo wir um 4.30 Uhr angekommen sind. Gesamtfahrzeit an diesem Tag ca. 19 Stunden.

Nach dieser Fahrt, waren alle „FERTIG“ und „MÜDE„.

Am Montag gegen 13.45 Uhr war offizielle Übergabe des Löschfahrzeuges an den Oberbürgermeister von Varna (Bapha).

Am Mittwoch haben wir zusammen mit der Feuerwehr Varna eine theoretische- sowie praktische Einweisung in deren „neues“ LF 16 gemacht. Die Pumpe und die Schiebleiter wurden vorgestellt und die Handhabung geschult und ausprobiert.

Wir konnten einen Einblick in deren Feuerwehr bekommen und haben u.a. auch die Flughafenfeuerwehr besichtigt.

Varna kurz umschrieben:

Einwohnerzahl: ca. 330.000

Varna hat 8 Wachen der Berufsfeuerwehr, 3 in der Stadt und 5 in der Umgebung (ca. 100 Km).
In der Stadt sind ständig 8 Fahrzeuge besetzt, überwiegendes Alter der Fahrzeuge: 30-35 Jahre.
Der Schichtdienst: 24 Std. die nächsten 3 Tage frei, Rufbereitschaft für den nächsten Tag nach der 24-Std.-Schicht.
Die Hauptfeuerwache hat ein altes „Englisches Löschfahrzeug“, einen PKW als Rüstwagen, wo Stromaggregat und Schere/Spreizer verlastet sind, ein TLF8 auf Unimog-Basis, eine Drehleiter (DL-30) ohne Korb, ein Schaumtanker mit 9.000 l Wasser und 1000 l Schaum und eine Hubrettungsbühne.

Benötigt werden vorzugsweise Löschfahrzeuge mit Wassertank und hydraulische Rettungsgeräte, sowie Handsprechfunkgeräte.

Des weiteren wurde uns die Einsatzzentrale vorgestellt. Hier stehen 2 Telefone, ein Funkgerät und ein Patchfeld für Durchsagen der einzelnen Wachen. Sämtliche Kommunikationswege werden durch einen PC aufgezeichnet.

Die Notrufnummer lautet „160“.

Autor: Jörg Eckloff, FF Eimsbüttel

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