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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

07.11.2005
Aktuelles

HELS ist in Betrieb
FELS und HELP werden abgeschaltet!


Es ist soweit. Die alten Einsatzleitsysteme der Feuerwehr und der Polizei haben ausgedient und werden schrittweise durch das neue gemeinsame Hamburger EinsatzLeitSystem HELS ersetzt. Die Feuerwehr hat am 6. November 2005 auf HELS umgeschaltet, die Polizei folgt gleich nach der Jahreswende..

Eine Erneuerung der Einsatzleitsysteme ist erforderlich,

  • weil die vorhandene Technik zum Teil stark veraltet ist.
  • weil FELS und HELP Einzelentwicklungen sind, deren Pflege und Wartung sehr kostspielig, unwirtschaftlich und künftig nicht sichergestellt ist.
  • weil mit der Einführung des digitalen Sprech- und Datenfunks neue Anforderungen an die vorhandenen Einsatzleitsysteme gestellt werden, die FELS und HELP nicht erfüllen können.

Das neue Einsatzleitsystem ELS/Geofis ist ein für unsere Anforderungen angepasstes Standardprodukt der Firma NOVOtec, welches sich bereits in anderen europäischen Städten (u.a. Wien und Helsinki) bewährt hat.

Die Durchführung des Gesamtprojektes erfolgt durch die Siemens AG.

Der Einsatz eines Standardproduktes bietet viele Vorteile, unter anderem:

  • Fortschritt durch Umsetzung der Ideen aller Nutzer (europaweit)
  • Kostenersparnis bei Anschaffung und Betrieb,
  • System ist bereits erprobt
  • Reduzierung des eigenen Entwicklungsaufwandes,
  • kontinuierliche technische Weiterentwicklung durch NOVOtec.

Zum ersten Mal wird es in Deutschland ein einheitliches Einsatzleitsystem für Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen (Krankenbeförderung) geben.

Die Neuerung besteht darin, dass eine gemeinsame Software für Polizei, Feuerwehr und Krankenbeförderung auf einem gemeinsamen System an zwei Standorten eingesetzt wird. Die hohe Forderung nach einer Systemverfügbarkeit von 99.99% im Jahresmittel (Ausfall à max. ca. 60 Minuten im Jahr) wird durch eine vollständig gedoppelte Hardwareausstattung erreicht.

Das hat den großen Vorteil, dass Feuerwehr und Polizei

  • Im Normalbetrieb mit dem selben System und der dort verfügbaren Datenbasis arbeiten; damit sind eingegebene Daten unmittelbar für Feuerwehr und Polizei verfügbar.
  • Die Daten werden zeitnah (max. 1 Minute) auf den anderen Standort gesichert
  • im Fehlerfall erfolgt eine Umschaltung auf die am anderen Standort doppelt vorgehaltene Systemtechnik
  • Bei Unterbrechung der Datenverbindung zwischen den Standorten können die einzelnen Standorte vollständig autark arbeiten. .
  • Im Extremfall, wenn an einem Standort sowohl zentrale Servertechnik als auch Arbeitsplätze nicht mehr genutzt werden können, können die Aufgaben vom anderen Standort aus komplett übernommen werden.

Besondere Features von HELS sind:

  • Hohe Ausfallsicherheit,
  • multifunktionale Arbeitsplätze,
  • grafische Disposition,
  • Verbesserung der Koordination und des Informationsflusses zwischen beteiligten Leitstellenteilen (Polizei, Feuerwehr, HIORG),
  • integriertes Dokumentationssystem (ab 2006),
  • standardisiertes Notrufabfrageprotokoll zur Unterstützung bei der Notrufabfrage (ab 2006)

Für die Kolleginnen und Kollegen in den Einsatzleitstellen bedeutet so ein Systemwechsel aber zunächst eine Mehrbelastung im täglichen Dienst.

Die Kolleginnen und Kollegen müssen sich von ihren vertrauten Arbeitsweisen, die sie mittlerweile wie im Schlaf beherrschen, verabschieden und sich mit dem neuen System vertraut machen. Jeder, der mit einem PC arbeitet, weiß, dass man ein neues Programm nicht innerhalb kurzer Zeit vollständig erlernt und es dann mit all seinen Funktionalitäten sicher und schnell beherrscht.

Hinzu kommt, dass der Umbau der Feuerwehr-Leitstelle bei laufendem Betrieb in den vorhandenen Räumlichkeiten erfolgt und die Polizei-Leitstelle wegen der erforderlichen Umbaumaßnahmen in eine Interimsleitstelle umziehen muss.

Daher: „Haben Sie etwas Nachsicht mit den Kolleginnen und Kollegen in den Einsatzleitstellen, falls etwas nicht so reibungslos läuft wie Sie es gewohnt sind – den Kolleginnen und Kollegen rauchen ganz schön die Köpfe.“

Bei der Polizei werden die Kolleginnen und Kollegen an den Wachen die Umstellung auf HELS kaum wahrnehmen. Anders bei der Feuerwehr, hier werden sich die Arbeitsabläufe in Verbindung mit HELS verändern.

Dies wird sein:

  • Neugestaltete Oberflächen und Funktionen am operativen Arbeitsplatz
  • Neugestaltete Alarmdepeschen
  • Geänderte Objektsachbearbeitung

Obwohl jetzt auf HELS umgeschaltet wird, ist die Umstellung der Einsatzleitstellen noch nicht abgeschlossen. Bis zum Abschluss der Erneuerung der Einsatzleitstellen müssen noch folgende Aufgaben bewältigt werden:

Einsatzleitsystem:

  • Programmierung des neuen Dokumentationssystems als integralen Bestandteil des Einsatzleitsystems HELS
  • Integration des standardisierten Notrufabfrageprotokolls
  • Vereinheitlichung der Statusmeldungen der Einsatzmittel
  • Integration des Digitalfunks

Betrieb und Infrastruktur:

  • Schaffung eines eigenen Wartungsteams zur Sicherstellung des Betriebes der Einsatzleitstellen
  • Neugestaltung der Leitstellenräume, u.a. Möblierung mit höhenverstellbaren Einsatzleittischen
  • Umzug von der Interimsleitstelle in die PEZ
  • Wiederherrichtung des als Interimsleitstelle genutzten Besprechungsraumes

Übrigens: Wir arbeiten in einem engen Zeitplan. Wir möchten, dass die Kolleginnen und Kollegen die Fußballweltmeisterschaft 2006 in ihren neu gestalteten Einsatzleitstellen erleben!

Quelle: Pressestelle Feuerwehr Hamburg

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