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13.09.2006
Aktuelles

Wird der Digitalfunk in Deutschland zu teuer?


Bund und Länder fürchten offenbar hohe Kosten

Was in vielen anderen Ländern schon längst Realität ist, nämlich ein digitales Funknetz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), soll bis 2010 eigentlich auch in Deutschland eingeführt werden. Der Betreiber des Netzes steht schon fest: Das Rumpfnetz des Bundes soll von der Bahn-Tochter DB Telematik betrieben werden. Die notwendige Systemtechnik soll der Luftfahrtkonzern EADS bereitstellen. Die Länder sollen den Rest ausbauen.

DB Telematik veranschlagt dafür nach einem Bericht der Tageszeitung Die Welt allerdings rund 2,9 Milliarden Euro. In einem dem Blatt vorliegenden vertraulichen Schreiben des Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium Karl Diller (SPD) an die Mitglieder des Haushaltsausschusses seien diese Kosten mit den bisher im Bundeshaushalt veranschlagten Haushaltsmitteln nicht in Einklang zu bringen. Demnach seien im Haushalts- und Finanzplan des Bundes für das digitale Funknetz lediglich Beträge in Höhe von rund 1,1 Milliarden Euro vorgesehen. In seinem Schreiben geht der Finanzstaatssekretär offenbar davon aus, dass auch die Länder das Angebot der Bahntochter DB Telematik mit Blick auf die jeweilige Haushaltsvorsorge als zu teuer betrachten werden.

Kostensenkungen werden erwartet
In einem der Welt ebenfalls vorliegenden Bericht des Innenministeriums heißt es außerdem, die Preisvorstellungen der DB Telematik könnten „von Bund und Ländern nicht akzeptiert werden“. Eine „Kostensenkung und die Erklärung der Verbindlichkeit von Preisen (zumindest Vereinbarung einer Kostenobergrenze) müssen deshalb das Ziel weiterer Verhandlungen sein“. Wie sich diese neue Entwicklung auf die Einführung des digitalen Funknetzes hierzulande auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Derzeitiger Funkstandard gilt als Sicherheitsrisiko
Fest steht jedenfalls, dass der bisherige unverschlüsselte analoge Funkstandard weder als störungsarm noch als abhörsicher gilt. So ist es beispielsweise sehr einfach, sich einen Funkscanner zu besorgen. Diese Geräte werden auch in Deutschland legal angeboten und sind häufig in der Lage, die Frequenzbereiche, in denen der analoge Polizeifunk stattfindet, abzuhören. Fachleute sehen darin ein immenses Sicherheitsrisiko und fordern die Einführung des digitalen verschlüsselten Funknetzes.

Der Projektleiter der Projektgruppe Digitalfunk BOS des Landes Schleswig-Holstein, Rolf-P. Blaschke, sieht in dem modernen Funknetz überragende Vorteile, wenn es um die Koordination von Rettungseinsätzen und lebensrettende Maßnahmen geht. Neben der klassischen Sprachübertragung könnten im neuen Netz auch Daten über den Zustand von Patienten schneller an entfernte Rettungskräfte oder Krankenhäuser übertragen werden. Dadurch könne man wertvolle Sekunden gewinnen. Außerdem sei die Funkübertragung selbst in problematischen Gebieten oft noch möglich. Dies könne unter anderem bei der Bergung von Unfallopfern eine entscheidende Rolle spielen, so Blaschke.

Auch das einfache Telefonieren soll über das digitale Netz selbstverständlich möglich sein. Der neue Standard wird in Deutschland derzeit im Rahmen eines Modellprojektes in Aachen im täglichen Einsatz erprobt. Auch andere Bundesländer wollen nachziehen und haben entsprechende Budgets für die kommenden Jahre bereits eingeplant.

Quelle: teltarif.de

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