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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

22.11.2006
Aktuelles

Was war noch mal CISM, SBE ?


Zwar hatte jeder des Seminars Stressbewältigung nach belastenden Einsätzen (Modul 1) schon von den Abkürzungen gehört - doch erst im zweiten Teil am vergangenen Wochenende an der Landesfeuerwehrschule (LFS), wurde es konkret.

26 Feuerwehrangehörige, Mitarbeiter der Johanniter-Unfallhilfe, des DRK-Krieseninterventionsteams (KIT) und Pastoren der Notfallseelsorge trafen sich an den beiden Wochenendtagen früh um 9 Uhr an der Bredowstraße. Während es draußen Bindfäden regnete und am Sonnabend der Brandgewöhnungscontainer bekannt intensiv duftete, führte Dr. Jens T. Kowalski von der Universität Kiel durch seine spannenden Vorträge tiefer ins Thema „Critical Incident Stress Management (CISM)“ und der „Streßbearbeitung nach belastenden Ereignissen (SBE)“ hinein.

Doch worum ging es an den zwei Tagen?

Ein Szenario was jederzeit jeden von uns treffen kann:

„Der Klang des DME reißt aus der vertrauten Umgebung heraus, THY steht auf dem Display und irgendwas von Pkw gegen Lkw, schnell zur Wache und gerade noch mit dem ersten Fahrzeug ausgerückt. Am Einsatzort angekommen, fast gespenstische Stille. Vom schwächeren Fahrzeug ist kaum noch was zu erkennen, ob da noch jemand zu retten ist? Während der Rückfahrt zur Wache angeregte Diskussion im Löschfahrzeug, eigentlich ein spannender Einsatz! Es konnten Personen gerettet werden, obwohl auch tödlich verletzte dabei waren. Während die Geräte an der Wache gereinigt werden und die Feuerwehrleute sich umziehen betritt ein Kamerad der Nachbarwehr das Gerätehaus, ein vertrautes Gesicht und eine unbekannte Person. Wollen die jetzt etwa Neuigkeiten aus erster Hand? Ganz im Gegenteil! In einem ruhigen Gespräch berichten sie von normalen Reaktionen wie Zittern, Unruhe und weiteren möglichen Reaktionen. Das Gefühl macht sich breit: „bin ich nun krank?!“ Doch dann folgt das Angebot sich in zwei Tagen erneut zu treffen, für einen Gedankenaustausch – um versuchen zu erklären, was wir bis dahin gefühlt haben.

Jetzt erstmal nach Hause und unter der Dusche – vielleicht über den Einsatz nachdenken, vielleicht reden – jeder ist anders, das habe ich heute schon erfahren…..

An dieser Stelle griff das Konzept der Stressbewältigung und durch ungezwungene Gesprächsangebote wurde den Einsatzkräften ein Ventil geben, das erlebte zu verarbeiten. Um dabei nicht mit fremden „Seelenklempnern“ sprechen zu müssen, werden gezielt erfahrene Einsatzkräfte „aus dem eigenen Saft“ zum „Peer“ (gleicher unter gleichen) ausgebildet. Das offene Ohr eines Kameraden, der aufgrund seiner Ausbildung jeden Handgriff nachvollziehen kann, kann einfacher helfen, Barrikaden im Kopf zu überwinden.

Der nächste Lehrgang (2x ein Wochenende) startet bereits 2007, genaue Zeiten sind im Lehrgangskatalog der Feuerwehr Hamburg zu finden.

Der Dank für diesen zweiten Teil des Seminars geht an Dr. Jens T. Kowalski für den lebensnahen und faktenreichen Unterricht und Dank auch an unsere Feuerwehrpastorin Erneli Martens und das Team der Notfallseelsorge Hamburg für die ausgezeichnete Organisation.

Folgende Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg haben dieses Jahr teilgenommen und sind als Ansprechpartner für jeden von Euch FF-Mitgliedern da:

Florian Büh FF Poppenbüttel
Andreas Ebert FF Tonndorf
Björn Fiedler FF Berliner Tor
Vopke Goergens FF Bille
Oliver Hofmann FF Rissen
Sönke Langeloh FF Reitbrook
Dr. Christoph Lindenstromberg LFS, u.a. FF AED Schulung
David Märtig FF Pöseldorf
Florian Merckel FF Eidelstedt
Uwe Schröder FF Berliner Tor
Alexander Tuman FF Wandsbek-Marienthal
Wolfgang von Borstel FF Marmstorf
Sebastian Wenk FF Berliner Tor
Text: Florian Büh/Sebastian Wenk Foto: Franz Sauerteig

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