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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

20.04.2007
Aktuelles

Sicher grillen mit Kindern – Finger weg von Brandbeschleunigern


Mit dem ersten warmen Frühlings-Wochenende hat in Deutschland in diesem Jahr die Grillsaison früh begonnen. Dass das Vergnügen schnell in einer Katastrophe enden kann, zeigt der schwere Grillunfall mit Spiritus vom vergangenen Wochenende in Schloss Holte- Stukenbrock, bei dem ein dreijähriges Mädchen lebensgefährlich verletzt wurde.

In Deutschland kommt es jährlich zu etwa 4000 Grillunfällen durch die Verwendung von Brandbeschleunigern. Mehr als 400 dieser Unfälle enden mit schwersten Verbrennungen. Zu den Verletzten zählen oft Kinder, die in der Nähe des Grills spielen. Die Gefahr von Brandbeschleunigern wird häufig unterschätzt: Wer jedoch Spiritus oder andere Brandbeschleuniger auf die Grillkohle gießt, löst gefährliche Verpuffungen und Rückzündungen aus. Eine riesige Feuerwand kann entstehen und die Flammen können sich bis zu 10 Meter verbreiten – mit verhängnisvollen Folgen für alle, die sich in der Nähe befinden.

„Kaum ist das Wetter schön, werden schon die ersten Grillunfälle gemeldet. Das erleben wir als Unfallexperten jedes Jahr“, sagt Martina Abel, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. in Bonn. „Grillen mit Spiritus ist nicht nur leichtsinnig, sondern auch grob fahrlässig. Dieser Unfall ist zu hundert Prozent vermeidbar!“ Ihr Rat: „Kinder sollten sich nicht in der Nähe des Grills aufhalten. Sorgen Sie dafür, dass Kinder beim Grillen durch andere interessante Spielangebote in sicherer Entfernung zum Grill beschäftigt werden.“

Paulinchen e.V., die Initiative für brandverletzte Kinder, warnt bereits seit zwei Jahren mit der Kampagne „Sicher grillen ohne Spiritus“ vor dieser Gefahr. Informationen über die Kampagne sind unter www.paulinchen.de abrufbar. „Jeden Sommer erleiden Kinder durch die Verwendung von Brandbeschleunigern zum Grillen schwerste Brandverletzungen“, bedauert Adelheid Gottwald, Vorsitzende von Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V. „Eine Brandverletzung ist die schmerzhafteste Verletzung, die es gibt. Diese Kinder haben jahrelange Therapien vor sich und es bleiben lebenslange Narben.“ Trotz der hohen Gefährlichkeit wird leider in vielen Geschäften und Tankstellen Brennspiritus direkt neben der Grillkohle platziert. „Wir fordern, dass nirgends Spiritus neben Grillgut verkauft wird. Das verleitet Erwachsene, zu Brandbeschleunigern zu greifen“, konstatiert Adelheid Gottwald von Paulinchen e.V. „Verwenden Sie feste Grillanzünder oder Eierkartons.“

Tipps zum sicheren Grillen mit Kindern:

  • Grillgeräte kippsicher im Windschatten und in sicherer Entfernung von anderen brennbaren Materialien aufstellen
  • nur feste Grillanzünder aus dem Fachhandel verwenden
  • niemals mit Spiritus oder anderen Brandbeschleunigern anzünden oder damit nachschütten, um das Feuer schneller zu entfachen
  • den Grill nicht unbeaufsichtigt lassen
  • auf keinen Fall Kinder den Grill bedienen oder anzünden lassen
  • Kinder dürfen nicht in Reichweite des Grills spielen; deshalb einen Sicherheitsabstand von mindestens 2 bis 3 Metern einhalten
  • das Feuer und die Glut nach dem Grillen löschen und vollständig auskühlen lassen, behalten Sie den Grill auch währenddessen immer im Auge
  • einen Kübel mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke zum Löschen des Grills bereithalten
  • brennendes Fett nicht mit Wasser, sondern durch Abdecken löschen

Wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme bei Verbrennungen: Die verbrannten Stellen sofort für 10 Minuten mit Wasser (nicht kälter als 15°C) kühlen und gleich den Notarzt rufen beziehungsweise den Arzt aufsuchen.

Zur „Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.“ (BAG):

Die „Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.“ (BAG) mit Sitz in Bonn ist ein bundesweit tätiger Verein. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder informiert durch Veröffentlichungen auf ihrer Webseite www.kindersicherheit.de und in ihrem Internetforum www.elternforum-kindersicherheit.de über Kinderunfälle und deren Verhütung und gibt zahlreiche Broschüren zur Kindersicherheit heraus. Gemeinsam mit dem Hauptförderer Johnson & Johnson setzt sich die BAG dafür ein, Kinderunfälle zu reduzieren, innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit sowie Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene voran zu bringen. Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie Rettungsorganisationen und technische Dienstleister.

Zu „Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V.“:

Paulinchen e.V. wurde 1993 gegründet, um Familien nach Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen zu beraten, bei Problemen in der Rehabilitationszeit zu helfen sowie präventiv auf die Unfallursachen hinzuweisen. Der Verein arbeitet bundesweit und wurde u.a. mit einem Anerkennungspreis des Hanse-Merkur-Preises für Kinderschutz und dem Preis für Prävention des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte ausgezeichnet. Paulinchen e.V. ist Gründungsmitglied der BAG Mehr Sicherheit für Kinder. Prävention von Kinderunfällen ist das gemeinsame Anliegen.

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© paulinchen e.V.

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Vebrennungen 2. und 3. Grades - © Bergmannsheil Bochum

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