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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

30.11.2008
Aktuelles

Hochwasserschutz in Baden-Württemberg: Neues Flut- und Informationssystem wird landesweit eingeführt


Hamburg gehört zu den Metropolen, die einer dauerhaften Flutgefahr ausgesetzt sind. Auch wenn sich die Bedingungen einer Sturmflut grundlegend von denen eines Niederschlaghochwassers im Binnenland unterscheiden, so lohnt doch der Blick in andere Regionen unseres Landes.

 In Stuttgart fand am 26. November 2008 eine Fachtagung zur landesweiten Einführung eines neuen „Flut- und Informationssystems (FLIWAS)“ statt. Es handelt sich dabei um ein europaweit einmaliges Pilotprojekt, über das bei Hochwasserereignissen umfassende Informationen und Daten gebündelt und Städten und Gemeinden über das Internet zur Verfügung gestellt werden.

„Mit der landesweiten Einführung des Flut- und Informationssystems erreichen wir einen wichtigen Meilenstein bei der weiteren Verbesserung der Hochwasservorsorge“, erklärte Umweltministerin Tanja Gönner im Vorfeld.

Durch den Abruf der Informationen in einem einheitlichen System könnten Städte und Gemeinden, aber auch Landratsämter frühzeitig und gezielt Schutzmaßnahmen für die Bürgerinnen und Bürger ergreifen. Neuartig sei, dass Daten aus unterschiedlichen Bereichen, wie der Wasserwirtschaft, der Meteorologie und den lokalen Daten von Alarm- und Einsatzplänen zusammengeführt werden. „Mit FLIWAS wird die sektorale Aufteilung überwunden. Alle ziehen damit künftig von vornherein auf der Grundlage einer gemeinsamen Datenbasis an einem Strang“, so Gönner. FLIWAS werde die Gefahrenabwehr der vom Hochwasser betroffenen Regionen durch die zeitnahe Bereitstellung umfassender Informationen und Daten verbessern, zeigte sich die Umweltministerin überzeugt. Insgesamt seien 1,8 Millionen Euro in das Projekt investiert worden. Die Vorbereitungen laufen seit vier Jahren.

FLIWAS sei zusammen mit dem Innenministerium in einem EU-Projekt mit niederländischen Behörden und der Stadt Köln entstanden. Es sei für den übergreifenden Einsatz sowohl für den Fachbereich Wasser als auch für den Bereich der Gefahrenabwehr entwickelt worden. „Eine unserer gemeinsamen Aufgaben ist es dabei, den Führungs- und Einsatzkräften die geeigneten Werkzeuge an die Hand zu geben, um im Ernstfall derartige Gefahrenlagen zu beherrschen und zu bewältigen“, betont das Innenministerium. „Mit einer Entscheidung für FLIWAS sind die Verantwortlichen vor Ort und ihre Einsatzkräfte bei der künftigen Abwehr von Gefahren im Hochwasserfall hervorragend aufgestellt.“

FLIWAS sei eingebettet in die dreistufige Hochwasserschutzstrategie des Landes. Dazu gehöre der technische Hochwasserschutz, das Hochwasserflächenmanagement und die Hochwasservorsorge. „Wir werden konsequent die Umsetzung dieser Strategie vorantreiben“, kündigte Gönner an. So würden vom Land allein für den technischen Hochwasserschutz in diesem Jahr insgesamt über 60 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Das ist gut angelegtes Geld, weil wir damit das Hochwasserrisiko weiter verringern und mögliche Schäden abwenden können.“

Wichtig für FLIWAS seien auch die landesweit zwischenzeitlich 17 Hochwasserpartnerschaften zwischen Gemeinden in Flusseinzugsgebieten, denn sie hätten früh die Möglichkeiten des Systems erkannt und das Konzept unterstützt. Die Hochwasserpartnerschaften könnten zukünftig mit FLIWAS das potentielle Risikobewusstsein stärken und damit den gegenseitigen Erfahrungsaustausch weiter unterstützen, so Gönner. „Erfahrungen und Know-how auf dem Gebiet der Hochwasservorsorge und des Hochwassermanagements können so über diese Plattform noch besser ausgetauscht werden.“ Daraus könnten Netzwerke der Hochwasservorsorge zwischen Ober- und Unterlieger entstehen.

Ergänzende Informationen:

FLIWAS

Das im Rahmen eines EU-Projekts entwickelte Flut-Informationssystem stellt relevante Informationen schnell und unkompliziert bereit. Das webbasierte System bietet neben einer interaktiven Kartenerstellung, der Anzeige von Wasserstandsinformationen der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ), integrierten Kommunikationsfunktionen und einer Ressourcenverwaltung insbesondere die Möglichkeit zur Erstellung und Abarbeitung von Alarm- und Einsatzplänen.


Hochwasservorhersage

Die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) stellt laufend aktualisierte Mess- und Vorhersagedaten auf den nachfolgend aufgeführten Informationswegen bereit:

Internet:
 www.hvz.baden-wuerttemberg.de
 
Videotext:
 SW3, Tafeln 800 – 809
 
automat. Telefonansage:
 Oberrhein:
 0721/9804-61
 
Unterer Neckar: 0721/9804-62
 
Oberer Neckar:
 0721/9804-63
 
Donau: 0721/9804-64
 
Main und Tauber: 0721/9804-65
 
 
Mobilfunk:
 wap.hvz.baden-wuerttemberg.de
 


Hochwassergefahrenkarten

In einem Gemeinschaftsprojekt zwischen Land und Kommunen werden bis 2010 Hochwassergefahrenkarten an circa 12.500 km Fließgewässer erstellt. Die Regierungspräsidien koordinieren die Arbeiten regional und beauftragen Fachbüros mit der Umsetzung. Für das Einzugsgebiet des Neckars werden die Hochwassergefahrenkarten im Rahmen des EU-Projekts SAFER (strategies and action for flood emergency risk management) erarbeitet. Informationen über die Darstellungsform der Karten und den Stand der Bearbeitung sind im Internet unter www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de abrufbar

Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg und www.feuerwehr.de 

 

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