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Rund um die Uhr einsatzbereit: Für uns Ehrensache!

Freiwillige Feuerwehr Hamburg

18.05.2009
Aktuelles

Rede des LBF Hermann Jonas auf der JHV


Rede des Landesbereichsführers auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg am 16.05.2009 in Hamburg- Berne (es gilt das gesprochene Wort).

Sehr geehrter Herr Staatsrat Dr. Schulz,

sehr geehrter Herr Vizepräsident der Bürgerschaft Ploog,

sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

sehr geehrter Herr Oberbranddirektor Maurer,

sehr geehrter Herr Direktor Lutz Kettenbeil,

liebe Feuerwehrkameradinnen, liebe Feuerwehrkameraden,

meine Damen und Herren!

 

Liebe Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, im letzten Jahr ist es euch wieder gelungen über 8000 Einsätze abzuarbeiten, das sind ca. 200 weniger als im Vorjahr. Dabei hat die Zahl der Brandeinsätze und der Erstversorgungen zugenommen, die Einsätze zur technischen Hilfe haben sich verringert, da es keine außergewöhnlichen Wetterereignisse gab. Im Durchschnitt sind das immer noch über 90 Einsätze je Wehr. Das ist eine Leistung, die man nicht unterschätzen darf, schließlich machen wir und ihr das alles ehrenamtlich und neben unserem Hauptberuf.

Wie ihr mir mitgeteilt habt, sind seit Beginn des Jahres die Einsätze spürbar rückläufig. Das ist doch durchaus als positiv anzusehen, denn vermutlich brennt es weniger in Hamburg und ihr habt ein wenig mehr Zeit für Übungen und euer Privatleben.

Hervorheben möchte ich die Wehren mit der Komponente Erstversorgung, sie arbeiten auf einem hohen Niveau, aber einzelne Wehren kommen an ihre Belastungsgrenze, wenn die Einsatzzahlen in diesem Bereich noch weiter steigen. Die Unterstützung der Berufsfeuerwehr beim  Ölspur- Abstreuen wird zukünftig wegfallen, da die dazu genutzten DMF- Fahrzeuge aus Altersgründen ausgesondert werden.

 

Die Zahl unserer Mitglieder ist im letzten Jahr um etwa 3 % gesunken. Wir haben nunmehr  2577 Angehörige  in den Einsatzabteilungen darunter 188  Frauen.

 

Liebe Kameradinnen und Kameraden, ich danke euch für euren Einsatz und für eure ständige Einsatzbereitschaft, ich danke euren Familienangehörigen, Partnerinnen oder Partnern, ohne deren Verständnis und Mitarbeit dieses Engagement nicht möglich ist. Was ihr geleistet habt und nach wie vor leistet ist  etwas, auf das wir und ihr stolz sein könnt, zeigt es doch, dass die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sich auf ihre Freiwillige Feuerwehr verlassen können.

 

Ich möchte jetzt auf die für uns wichtige Einsatzabteilung eingehen; die Zusammenarbeit mit ihr entwickelt sich weiterhin positiv.  Wir hoffen, dass die vereinzelt auftretenden Probleme der Einsatzdisposition sich wieder verringern, d.h. dass Wehren, obwohl die örtlich zuständige Wehr einsatzbereit ist, in deren Revier alarmiert wird. Auch die Außer-Dienst- und In-Dienst-Schaltung läuft noch nicht zur Zufriedenheit der Wehren. Eine bevorzugte Alarmierung einzelner Wehren stört das Klima innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr erheblich; wir hoffen, dass das zukünftig unterbleibt. In Kürze werden die Ausrückereviere der Freiwilligen Feuerwehren auf Karten ausgedruckt und den Wehren zur Verfügung gestellt. Wir versprechen uns davon  mehr Transparenz und  Verlässlichkeit.

Desweiteren sollte die Führung der FF bei größeren Einsatzlagen, d.h. bei mehr als 10 Wehren im Einsatz bei gleicher Schadensart zur Unterstützung in die Einsatzzentrale oder in die Feuerwehreinsatzleitung alarmiert werden – wie früher bewährte Praxis – und nicht erst auf Nachfrage. Trotz der aufgezeigten Probleme sind viele andere besprochen und gelöst und wir bedanken uns bei Herrn Wenderoth, Herrn Herrenkind und den Mitarbeitern der Einsatzabteilung.

 

Ein weiterer wichtiger Bereich für die Freiwilligen Feuerwehren ist die Ausstattung mit technischen Geräten. Wir haben im letzten Jahr die sechs Führungs- und Kommunikationsfahrzeuge übernommen und damit auch schon Großübungen in Süddeutschland mit internationaler Beteiligung absolviert, wobei sich die Fahrzeuge bewährt haben und die Einsatzkräfte damit sehr zufrieden waren.

Große Freude hat bei allen Freiwilligen Feuerwehren die mehrfache Aussage unseres Senators ausgelöst, dass wir zusätzlich zu den im Haushalt verabschiedeten kleineren Beschaffungen in absehbarer Zeit 12 weitere LF-KatS bekommen. Wir bedanken uns dafür bei unserem Innensenator und Ihnen, Herr Dr. Schulz, sowie bei allen  an dieser Entscheidung Beteiligten.

Nicht alle unsere Wünsche wurden erfüllt,  zum Beispiel Haushaltsmittel für die neue Schutzkleidung, aber wir haben als Bürger und Bürgerinnen auch die finanzielle Situation unserer Stadt zu respektieren. Nicht akzeptieren können wir die Bekleidungssituation, wie sie sich immer noch darstellt. Die Firma, an die wir vertraglich gebunden sind, ist nicht mal in der Lage unsere angemeldeten, planbaren Neueinkleidungen vorzunehmen. Immer wieder fehlen einzelne Bekleidungsstücke und unsere Kameradinnen und Kameraden müssen sich in ihrer Freizeit nochmals auf den Weg machen, um vollständig eingekleidet zu sein. Das gipfelt darin, dass unseren jungen Kameradinnen und Kameraden Schrauben und Ersatzteile mitgegeben worden sind, aber kein Helm, da es den nicht mehr gab.  Seit kurzem gibt es wieder Helme. Zu all diesem passt die nach wie vor mangelnde Qualität der Bekleidung, mit der wir nicht zufrieden sind und auch nicht zufrieden sein können. Ich erwähne nur Handschuhe.

Dass es auch anders geht, hat die zufriedenstellende Abarbeitung eines Schadens an der Kabine bei 52 Löschfahrzeugen gezeigt. Dieser Mangel konnte in guter Zusammenarbeit von technischer Abteilung, dem Hersteller und den betroffenen  Freiwilligen Feuerwehren innerhalb kürzester Zeit zur Zufriedenheit aller Beteiligten beseitigt werden. Vielen Dank dafür.

 

Ich komme jetzt zu den Feuerwehrhausbauten. Viele Wehren würden gerne selbst An- und Umbauten  an Ihren Feuerwehrhäusern fachgerecht durchführen zur Wertsteigerung und Werterhaltung, aber das geht nicht ohne Probleme. Als erstes kommt dann die Frage der Mieterhöhung, nach Folgekosten in der Bauunterhaltung usw. Trotzdem ist im letzten Jahr das Feuerwehrhaus der FF Neuenfelde-Nord fertig geworden. Die Planung für den Doppelbau Fünfhausen/Warwisch ist abgeschlossen, die Mietverhandlungen laufen. Das Feuerwehrhaus der FF Bergstedt ist nach neuesten Klimaschutzgesichtspunkten umgebaut worden, womit die Wehr sehr zufrieden ist. Die Erwartungshaltung und Forderung, was den Baubereich betrifft ist ein Sonderbauprogramm um den Investitionsstau abzumildern.

 

Auf der letzten Jahreshauptversammlung habe ich das neue Ausbildungsmodell, das sich in der Erprobungsphase befand,  vorgestellt. Wir haben jetzt einige Lehrgänge erfolgreich durchgeführt. Jetzt  zieht sich die Ausbildung unseres Nachwuchses nicht mehr bis zu zwei Jahre hin, sie wird in einer kürzeren Zeit abgeschlossen, damit stehen den Wehren die Einsatzkräfte früher zur Verfügung.

Ein anderer wichtiger Ausbildungsbereich ist die Atemschutzausbildung, hier wurde ein neues Konzept entwickelt mit höheren Anforderungen an die Fitness, die technische Ausstattung für den Atemschutz-Notfall und die Ausbildung von einem Atemschutzwart in jeder Freiwilligen Feuerwehr. Die Wehren haben größtenteils schon Dienstsport eingeführt und warten jetzt darauf, dass auch der technische Teil  zur Verfügung gestellt wird. Es besteht eine große Erwartungshaltung in den Freiwilligen Feuerwehren.

Die vielen notwendigen Lehrgangsangebote  der Landesfeuerwehrschule, zukünftig Feuerwehrakademie, laufen zur Zufriedenheit, aber bei besonderen Lehrgängen haben unsere Teilnehmer auch schon mal als erstes das Curriculum geschrieben bevor sie  unterrichtet wurden. Das zeigt die gute Zusammenarbeit zwischen FF und BF.

 

Nach wie vor befindet sich  die Jugendarbeit, die von den Freiwilligen Feuerwehren angeboten wird, auf einem hohen Niveau.  Durch die Gründung drei neuer  Jugendfeuerwehren: Bergstedt, Harburg und Neudorf konnte die Mitgliederzahl leicht ausgebaut werden.  Ich danke den drei Wehren, die diese verantwortungsvolle Aufgabe neu übernommen haben.  Der Dank gilt auch dem Landesjugendfeuerwehrwart Uwe von Appen und seinen Mitstreitern.

 

Mein Fazit für das Jahr 2008 ist, dass wir alle in der Freiwilligen Feuerwehr wieder gute Arbeit geleistet haben, auch wenn wir nicht alle Probleme gelöst  und nicht alle Wünsche erfüllt haben. Die Zusammenarbeit mit der Innenbehörde läuft nach wie vor gut und vertrauensvoll,  nicht nur mit dem Innensenator Herrn Ahlhaus und Ihnen, Herr Staatsrat Dr. Schulz, sondern auch mit dem für uns zuständigen Leiter des Katastrophenschutzes Dr. Peer Rechenbach und seinen Mitarbeitern. Dafür nochmals herzlichen Dank.

 

Mein Dank gilt allen Abgeordneten in allen Parlamenten, sie haben uns immer wieder Unterstützung gegeben und uns ihre Wertschätzung gezeigt. Er gilt auch den Arbeitgebern und Selbständigen, weil durch sie erst sichergestellt ist, dass wir immer einsatzbereit sind. Und er gilt allen befreundeten Organisationen und Feuerwehren, mit denen wir nach wie vor eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten.

 

Vielen Dank

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