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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

11.02.2010
Aktuelles

Wehrführerwechsel bei der FF Tonndorf


Am 08. Februar 2010 beging unser Kamerad und Wehrführer Gerd Schütt seinen 60. Geburtstag ! Es ist uns allen bekannt, was dieses für einen Feuerwehrangehörigen im "Aktiven Dienst" bedeutet...

Es heißt „Abschiednehmen“ vom Einsatzdienst… die Presslufthörner der Tonndorfer nur noch aus „sicherer“ Ferne zu hören… nachts durchzuschlafen… und nach einem arbeitsreichen Tag seinen Feierabend genießen zu können… nicht mehr „auf dem Sprung“ sein zu müssen… alles stehen und liegen zu lassen… wenn wieder einmal der Piepser zu einem neuen Einsatz ruft… all dieses ist nun „auf einen Schlag“ vorbei…

KEIN leichter Schritt für einen so „eingefleischten“ Feuerwehrmann… einen so „alten“ Hasen… wie Gerd einer ist… denn die FEUERWEHR… war und ist SEIN Leben – DAS steht fest… und ein jeder, der Gerd kennengelernt hat, wird dieses jederzeit bestätigen !

42 (!) Jahre aktiven Feuerwehrdienst hat Gerd nun „auf dem Buckel“… durchgängig einsatzfreudig, aufgeschlossen, zuverlässig, unerschrocken und liebenswert ! „Schütti“ – so kennt und nennt man ihn – hat so viel erlebt und so viel erfahren, wie kaum ein anderer…

Bis zu seinem 60sten war er sogar noch immer „atemschutztauglich“ und machte so manchem „jungen Kameraden“ in der Mobilen Atemschutzstrecke noch etwas vor…

Von seiner bewegten „Feuerwehrkarriere“ vom „einfachen“ Feuerwehrmann bis hin zum Wehrführer kann manch einer nur träumen…

All diese Worte der Anerkennung und des Dankes erfuhr Gerd Schütt also gestern auf seiner Verabschiedung im Rahmen einer Feier im Feuerwehrgerätehaus „seiner“ Freiwilligen Feuerwehr Tonndorf.

Doch bevor sich die Redner und zahlreichen Gratulanten aus dem Hause Feuerwehr, Polizei und THW ein Stelldichein gaben, ging es für „unseren Schütti“ noch ein letztes Mal ordentlich zu Sache… so einfach sollte er uns nicht „davonkommen“…

Hinter den Kulissen und natürlich ohne Gerds Kenntnis, war bereits alles haarklein durchorganisiert… Gerds „LETZTER EINSATZ“ ! Die Uhr schlug 19:50 h – als er erschallte… der Alarmruf des DME`s (ausgelöst vom Lagedienst) – Feuer in der Jenfelder Allee 75 !

Die Besatzung des 1. Löschfahrzeuges (TONND1) war schon längst „in Position“, als Gerd (noch zu Hause) aus seiner Haustür „stürmte“… Er wurde von seinen „Jungs“ abgefangen und auf „seinen Platz“ vorne rechts auf dem LF bugsiert. Auf ging es nun für ihn zu seinem letzten Einsatz… zum letzten Mal als „Chef der Truppe“.

Auf dem Hof des Feuerwehrhauses angelangt – wurde Gerd bereits von seinen Gästen – und unter anderem… von einem anständig loderndem Holzfeuer erwartet, welches es nun zu bekämpfen galt ! In gehabter Manier wollte Gerd gerade seinen Angriffstrupp „befehligen“ – (sauber und ordentlich hinter dem Fahrzeug angetreten – wie es sich gehört…)… als er das „erste Mal“ in seiner Laufbahn auf „Arbeitsverweigerung“ stieß… (nanu?!) –

Breit grinsend und die Arme vor den Bäuchen verschränkt… machte ihm „seine Gruppe“ unmißverständlich klar: „Nee, nee Schütti – das ist dein Ding… das mach` mal schön alleine klar“… Humorvoll griff Gerd also selber beherzt zur Kübelspritze – und machte vor den Augen der zahlreichen und sichtlich amüsierten Zuschauern – dem „Roten Hahn“ ein letztes Mal den Gar aus. Den darauffolgenden lang andauerndem Applaus hatte Gerd sich somit redlich verdient !

Im Rahmen des folgenden „offiziellen Teils“ der Feierlichkeit wurde Gerd durch den Bereichsführer Wandsbek Torsten Hansche nunmehr aus dem aktiven Feuerwehrdienst „entlassen“ und gleichzeitig als „Wehrführer a.D.“ der Ehrenabteilung unserer Wehr überstellt. Weiterhin wurde die Amtsübergabe des scheidenden Wehrführers an den neuen Wehrführer Gunnar Haase durchgeführt.

An dieser Stelle bedanken wir uns als Wehr noch einmal ganz herzlich bei Gerd für all die langen Jahre, die er für uns da war – uns mit Rat und Tat zur Seite stand. Und das Schöne ist… Gerd geht uns ja nicht „verloren“… er ist und bleibt ein Teil unserer Wehr (nun in der Ehrenabteilung) – und er kann sich sicher sein, dass sich der eine oder andere mit Sicherheit noch gerne weiterhin bei ihm melden wird, um seinen Rat einzuholen, oder von seiner langjährigen Erfahrung zu lernen und zu profitieren…

Unserem neuen Wehrführer wünschen wir einen guten Einstieg in sein neues Amt und stets ein „glückliches Händchen“ ! Viel Spaß und viel Erfolg !

Hier noch einmal in Kurzform die „Karriereleiter“ von Gerd (den alle vielmehr nur als „Schütti“ kennen)…

– 1968 sein Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr Tonndorf
– 1969 Ernennung zum Feuerwehrmann
– 1970 Ernennung zum Oberfeuerwehrmann
– 1973 Wechsel zur FF Bramfeld (zum Glück nur für kurze Zeit… Anm.d.Red.)
– 1974 Rückkehr zur FF Tonndorf (war eine gute Entscheidung… Anm.d.Red.)
– 1974 Ernennung zum Brandmeister
– 1976 Ernennung zum Oberbrandmeister
– 1980 Gerätewart und Bereichsausbilder für 9 folgende Jahre
– 1980 Gruppenführer und Ernennung zum Hauptbrandmeister
– 1989 Wahl zum Wehrführer-Vertreter und Ernennung zum Brandinspektor
– 1993 25-jähriges Dienstjubiläum
– 1995 Ende der Amtszeit als Wehrführer-Vertreter
– 1996 Gerätewart der FF Tonndorf (bis 2009 durchgehend)
– 2005 Wahl zum Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Tonndorf
– 2008 40-jähriges Dienstjubiläum
– 2010 Vollendung einer 42-jährigen Dienstzeit zum Wohle unserer Hansestadt

Viele Jahre war Gerd ausserdem sehr engagiert im Arbeitskreis 03 – Fahrzeuge und Technik tätig und somit maßgeblich bei der Planung und Umsetzung der neuen Fahrzeuggenerationen beteiligt. Viele seiner Ideen finden wir heute auf unseren hochmodernen Löschfahrzeugen wieder – sie tragen nicht zuletzt auch seine „Handschrift“…

Nach den Ehrungen ließ Gerd es sich nicht nehmen, seine Gäste zu einem gemütlichen Beisammensein bei zünftiger Gulaschsuppe und kühlen Getränken einzuladen.

Text: Christian Hardt
Fotos: Nadine Scholz

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V.l.n.r.: Der ehemalige Wehrführer Gerd Schütt, Bereichsführer Wandsbek Torsten Hansche, der neue Wehrführer Gunnar Haase.

V.l.n.r.: Der ehemalige Wehrführer Gerd Schütt, Bereichsführer Wandsbek Torsten Hansche, der neue Wehrführer Gunnar Haase.


Galerie
Da Alarmierung zum letzten Einsatz.