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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

10.04.2011
Aktuelles

Rede des Landesbereichsführers André Wronski


anlässlich der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren Hamburgs am 8. April 2011 im Bürgerhaus Wilhelmsburg.

Jahresbericht des LBF André Wronski

Sehr geehrte Vizepräsidentin Frau Duden,
sehr geehrter Herr Senator Neumann,
sehr geehrter Herr Maurer,
liebe Feuerwehrkameradinnen und -kameraden,
liebe Gäste,

diese Jahreshauptversammlung 2011 ist meine erste Jahreshauptversammlung als Landesbereichsführer und ich will gerne zugeben, dass dies für mich ein aufregender Moment ist.

Ich will Ihnen eine Nachschau zum Jahresverlauf 2010 präsentieren und eine Vorschau auf das Jahr 2011 geben.

Zum Personal

Die Zahl unserer Mitglieder ist im letzten Jahr leicht und kaum messbar gesunken. Die aktuelle Stärke in den Einsatzabteilungen betrug zur Jahreswende 2589 Mitglieder, davon 168 Frauen.

Liebe Kameradinnen und Kameraden,

ich danke Euch bereits an dieser Stelle gern vorab für Euren Einsatz und für Eure ständige Einsatzbereitschaft; ich danke Euren Familienangehörigen, Partnerinnen oder Partnern, ohne deren Verständnis und Mitarbeit dieses Engagement nicht möglich ist. Was Ihr geleistet habt und nach wie vor leistet, ist etwas ganz Besonderes, auf das wir und Ihr stolz sein könnt – zeigt es doch, dass die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sich auf ihre Freiwilligen Feuerwehren verlassen können.

Zu den Einsätzen

Liebe Feuerwehrkameradinnen und –kameraden, im letzten Jahr ist es Euch wieder gelungen, etwa 7400 Einsätze abzuarbeiten. Das sind ca. 600 weniger als im vergangenen Jahr. Im Durchschnitt sind das aber immer noch 85 Einsätze je Wehr. Das ist eine Leistung, die man nicht unterschätzen darf, denn schließlich leisten wir – und ihr – das alles ehrenamtlich und neben unserem Hauptberuf.

Den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern unserer Kameradinnen und Kameraden sei aufrichtig dafür gedankt, dass sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den ehrenamtlichen Feuerwehrdienst ggf. auch während der Arbeitszeit ermöglichen. Deutlich möchte ich hervorheben, dass dies ein sehr kostbares Gut ist. Es gilt für alle Beteiligten, sorgsam mit dieser Ressource umzugehen. Insbesondere sind hier Bereitstellungen von Fahrzeugen zu Präsentationszwecken o. ä. Dienstleistungen außerhalb des Einsatzdienstes und innerhalb der Regelarbeitszeit ungünstig für den Erhalt dieser notwendigen Voraussetzung für eine kostengünstige Dienstleistung durch die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren.

Wir können aber dennoch feststellen, dass die Freiwillige Feuerwehr immer da war bei Großveranstaltungen wie Schanzenfest, Hafengeburtstag, Fußball-EM usw., wenn sie benötigt wurde.  

Besonders möchte ich an dieser Stelle an das Einsatzgeschehen in dieser Woche in Langenhorn-Nord erinnern, bei der zwei unserer Kameraden bei einem Löscheinsatz eine Person aus dem brennenden Objekt gerettet haben. Diesen beiden Kameraden gilt mein besonderer Dank, haben sie doch eindrucksvoll die Notwendigkeit der Freiwilligen Feuerwehr damit unterstrichen.

Mit der Ausstattung im Digitalfunk sind wir aus technischen Gründen heute noch nicht zufrieden. Insbesondere mussten die Einsatzleiter vor Ort anteilig feststellen, dass eingesetzte PA-Trupps ggf. nicht erreicht werden können. Das bedeutet ein erhebliches Risiko für die Einsatzkräfte und muss dringend nachgebessert werden. Bis zur Behebung dieser Mängel sind wir daher aus Sicherheitsgründen auf die ehrwürdigen analogen 2m-Handfunkgeräte angewiesen.

Im Weiteren sind wir natürlich an einer Begleitung der laufenden Strukturuntersuchung der Berufsfeuerwehr und deren Ergebnisse interessiert. Die Freiwillige Feuerwehr ist hier mit einzubeziehen, weil es um einsatztaktische Grundsätze geht. Wir hoffen, dass wir in einen guten Konsens kommen.

Schließlich steht der uns schon längst zugesagte „Einsatzticker“ bei unserem Geschäftsführer noch aus. Wir hoffen immer noch, dass dieser Umstand sich kurzfristig ändert.

Zu den Fahrzeugen und Gerät

Ein weiterer sehr wichtiger Bereich für die Freiwilligen Feuerwehren ist die Ausstattung mit Fahrzeugen und technischen Geräten. Für alle deutlich sichtbar hat der Bund uns im Dezember des vergangenen Jahres 25 neue LF-KatS zur Verfügung gestellt. Dafür auch an dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an das Bundesinnen-ministerium mit seinen Ämtern und auch an Hermann Jonas, der unermüdlich für diese großartige Beschaffungsmaßnahme geworben und sich eingesetzt hat.

Leider mussten wir in diesem Zuge auch beobachten, dass in der Presse mit den aus unserer Sicht sicher gut gemeinten Informationen aus dem Führungskreis der Freiwilligen Feuerwehr überraschend umgegangen wurde. An dieser Stelle dazu nur soviel: Es ist schade, wenn sachliche Information für eine „Story“ genutzt wird.

Die noch offenen Beschaffungen der Rüst-Lkw 1 und der 5 als Ersatz zu beschaffenden ELW für die Bereichsführer ist noch nicht vollendet. Wir hoffen, dass diese notwendigen Fahrzeugbeschaffungen möglichst kurzfristig nun in 2011 realisiert werden. Sie stehen im Kontext zu weiteren Fahrzeugbeschaffungen, die sich aus dem Ersatz der veralteten Fahrzeuggenerationen künftig ergeben.

Zur Bekleidung

Im Bereich der Bekleidung sind wir nach wie vor nicht zufrieden mit dem Anbieter, seiner Dienstleistung und der Qualität der Ausstattung. Die Freiwillige Feuerwehr hat sich in 2010 mit der Nutzung der ausgemusterten Einsatzbekleidung der Berufsfeuerwehr begnügt.

Das dadurch erwirtschaftete Guthaben an Haushaltsmitteln wurde uns im Rahmen von Sparbeiträgen kurzerhand und ohne vorherige Information abgezogen. Ich denke, dieser Umgang miteinander ist überdenkenswert. Die Vorgaben der Politik lautete nach der Überarbeitung des Haushaltsplanes im Herbst: „Keine Einsparung bei der Freiwilligen Feuerwehr“. Die Haushaltsabteilung unseres Hauses hat sich dahingehend geäußert, dass die abgezogenen Gelder nur eine „Haushalts-Delle“ bedeuten und eine Rückzahlung erfolgen wird. Wir sind im Landesbereichsmanagement sehr gespannt, wann dieses Vorhaben umgesetzt wird.

Sehr erfreut bin ich, dass wir seitens der Freiwilligen Feuerwehr einen Bekleidungsfachmann rekrutieren können, der den Stabsabteilungsleiter AK 03 durch sein fundiertes Fachwissen unterstützt und in diesem Bereich entlastet. Die Zusammenarbeit mit der Abteilung F03 ist hier ebenfalls gut angelaufen. Wir gehen davon aus, dass wir durch unseren Kameraden Björn Beeken an der kommenden Ausschreibung für die Leistungen im Bekleidungswesen auf Augenhöhe beteiligt werden, denn schließlich ist es unser gemeinsames Ziel, dass Freiwillige Feuerwehr und Berufsfeuerwehr mit der gleichen Bekleidungsausstattung ihren Dienst verrichten.

Zu den Feuerwehrhäusern

Ich komme jetzt zu den Aus-, Um- und Neubauten unserer Feuerwehrhäuser. Wir freuen uns sehr, dass das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Blankenese im vergangenen Jahr fertig gestellt und seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

Ich möchte mich im Namen der Freiwilligen Feuerwehr bei Senat und Bürgerschaft für die Bereitstellung der notwendigen Haushaltsmittel hierfür sehr herzlich bedanken.

Es ist in unser aller Sinne, wenn Ihr, meine Feuerwehrkameradinnen und –kameraden, vernünftig in ordentlichen Feuerwehrhäusern mit dem Einsatzgerät untergebracht werdet. Daran gibt es keinen Zweifel. Allerdings können alle noch so berechtigten Forderungen vor dem Hintergrund der vorhandenen Haushaltsmittel nur nach einer Prioritätenübersicht abgearbeitet werden. Das führt für den Einen oder Anderen dazu, dass er die Entscheidungsgrundlagen der Landesbereichsführung nicht ganz nachvollziehen kann. Es sei an dieser Stelle ganz deutlich gesagt, dass nicht für alle Verzögerungen die Landesbereichsführung zur Verantwortung gezogen werden kann.

Oftmals gibt es viele weitere Aspekte wie das Ansinnen der Grundstückseigentümer, das Verhalten der Nachbarn, die Lage des Grundstückes, usw., die einen noch so durchdachten Plan durchkreuzen. Es ist aber auch sicher, dass nicht alle Wehren auf einen Schlag in standardisierten Feuerwehrhäusern untergebracht werden können. Der Bestandsschutz von älteren Feuerwehrhäusern ist hier sicher eine Grundlage, warum wir durch Aus-, Um- und Neubauten lediglich die eine oder andere unglückliche Unterbringung nach und nach werden lösen können. Ich möchte an dieser Stelle um Vertrauen von Euch bitten, dass die Landesbereichsführung die Nöte der einzelnen Wehren kennt und zu beheben versucht.

Mit Freude habe ich dazu wahrnehmen können, dass im Wahlprogramm unserer jetzigen Regierung die „Aufhebung eines Sanierungsstaus bei den Feuerwehrhäusern“ explizit benannt wurde. Hierzu gab es im Januar eine sehr detaillierte und umfangreiche parlamentarische Abfrage durch die jetzige Regierungspartei. Ich verbinde diese Freude mit der Erwartung, dass auch das entsprechende Budget künftig zur Verfügung gestellt werden kann und wir damit die wesentliche Grundlage zur Bewältigung der meisten Forderungen der Kameradinnen und Kameraden schaffen können.

Unsere Jugendfeuerwehr

Sie werden sicherlich verstehen, dass ich dem Landesjugend-feuerwehrwart nicht alle Punkte seines Jahresberichtes vorweg nehmen möchte. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Jugendfeuerwehrwarten und Betreuern für die geleistete Arbeit in 2010 recht herzlich bedanken. Die Jugendfeuerwehr ist die Jugendorganisation in unserer Stadt.

Durch die beherzte jugendpflegerische Arbeit unserer Verantwortlichen gelingt es, den Jugendlichen in ihrer Freizeit eine sinnvolle und auf die Gemeinschaft ausgerichtete Perspektive zu vermitteln. Ich freue mich, dass nunmehr noch zwei weitere Freiwillige Feuerwehren signalisiert haben, eine Jugendfeuerwehr zu gründen. Ich finde, wir können auf unsere Jugendfeuerwehren stolz sein.

Zur Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr

Im September des vergangenen Jahres haben wir über die Strukturen und organisatorischen Bedingungen für unsere Zusammenarbeit zwischen der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr gesprochen. Es war eine Bestandsaufnahme. Wir tauschten uns aus und erkannten gemeinsam, dass beispielsweise die bisherigen Führungskonferenzen sich als fruchtlos gestalteten und beschlossen, den Ansatz von monatlichen Besprechungen – zur Hälfte einsatzgeprägt, zur Hälfte verwaltungsgeprägt – in den eigenen Reihen zu diskutieren. Erstaunt waren wir, dass diese mögliche Idee der neuen Zusammenarbeit kurzerhand in einer TA vom Dezember als gegeben festgesetzt wurde und sich auf einen Beschluss der A-Runde im August bezog. Kurzerhand wurde diese Änderung also verordnet. Das haben wir uns anders gewünscht. Es bleibt aber bei unserer Zusage, dass wir weiterhin in sogenannten „Elefantenrunden“ Problembereiche im Führungskreise ausloten und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Wir freuen uns auf einen neuen Terminvorschlag.

Ein Problem möchte ich dennoch schon an dieser Stelle ansprechen: Im Jahresverlauf wurden immer wieder Abstellungen insbesondere der Fernmeldekomponenten während des Tages und außerhalb von Einsatzbedingungen von uns gefordert. Ich möchte ganz deutlich und gerne darauf aufmerksam machen, dass die Freiwillige Feuerwehr mit ihren Komponenten natürlich bei Einsätzen vor Ort ist. Dafür sind Einsatzfahrzeuge und deren Besatzungen da. Außerhalb von Einsätzen obliegt die Verfügbarkeit des notwendigen Personals oft den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern.

Insofern fällt es häufig uns sehr schwer, Personal für Präsentationen bei Großveranstaltungen während der täglichen Arbeitszeit zu rekrutieren, ohne dass für diese Leistungen Aufwands-entschädigungen von den Bedarfsträgern angeboten werden. Konkret möchte ich in Sachen „Abstellung von Fernmeldeeinheiten“ vorschlagen, auch die Fernmeldekomponente an der Feuerwehrakademie vermehrt in die Abstellungen für Präsentationen tagsüber mit einzubeziehen. Ich bitte, den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr mit dem notwendigen Augenmaß und Fingerspitzengefühl einzufordern.

Zusammenarbeit auf Länder- und Bundesebene

Am 16.04.2010 fand ein Treffen der Landesvorsitzenden in WREMEN (Niedersachsen) gleich nach der JHV statt. Das beherrschende Thema war die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr im Hinblick auf die immer älter werdende Gesellschaft und die notwendigen Maßnahmen zum Erhalt der Einsatzkraft in den Freiwilligen Feuerwehren. Wir haben ein weitgefächertes Spektrum an Lösungsmöglichkeiten des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen auf dieser Veranstaltung hierzu kennen gelernt.

Gott sein Dank können wir in Hamburg noch auf einen günstigen Altersdurchschnitt von ca. 40 Jahren in den Wehren verweisen, jedoch setzen wir schon heute alles daran, um ein Nach-oben-Schnellen der Altersrate bei den Einsatzkräften abzufedern. Insofern sind die Tipps und Anregungen, die uns dort von dem uns allen noch sehr bekannten Herrn Schallhorn sehr wertvoll und ich danke für diese innovativen Gedanken.

Ein besonderer Terminpool war sicher die INTERSCHUTZ –Woche in Leipzig. Hier galt es, im Rahmen eines gemeinsamen Projektes den Stand des DFV mit zu besetzen und mit kreativen Ideen das Bundesland Hamburg zu präsentieren. Es waren 16 Spinde – für jedes Bundesland einer – zu bestücken. Meine Damen und Herren, was ist sinnbildlicher für Hamburg, als wenn auf der Hamburger Spindtür auffällig das Straßenschild „Reeperbahn“ zu lesen ist. Da, wo das draufsteht – ist Hamburg drin.

Im Weiteren erlebten wir in dieser „Feuerwehrwoche“ eine Delegiertentagung des Deutschen Feuerwehrverbandes, auf der auch unsere Bundeskanzlerin das Wort ergriff. Ich denke, dieser Besuch und die Worte, die dort gefallen sind, waren prägend für die ereignisreiche Woche und natürlich auch für unsere gesamte Organisation Freiwillige Feuerwehr. Ich bedanke mich in diesem Zusammenhang bei dem Team um meinen Geschäftsführer Andreas Neven für den Einsatz in dieser intensiven Woche im Juni 2010.

Zusammenarbeit mit der Hanseatischen Feuerwehrunfallkasse Nord

Schon vor Jahren wurde in Zusammenarbeit mit der Hanseatischen Feuerwehrunfallkasse Nord die Veranstaltung „Fit for Fire“ ins Leben gerufen.  Es geht hier um die Grundfitness und den Erhalt der Gesundheit der Mitglieder in den Einsatzabteilungen in den Freiwilligen Feuerwehren. Diese beiden Elemente sind für den Einsatzdienst unerlässlich. Ich möchte mich an dieser Stelle bei der Freiwillige Feuerwehr Billstedt-Horn für die Ausrichtung dieses – heute sagt man wohl: „Events“ – bedanken. Das habt Ihr toll hinbekommen. Ein gleicher Dank geht an die Hanseatische Feuerwehrunfallkasse Nord, die uns bei dieser Gelegenheit immer wieder sehr zur Seite steht.

Auch eine kommende Veranstaltung dieser Art ist geplant. Sie findet am 21. Mai diesen Jahres im Bereich Wandsbek statt. Ich hoffe, dass sich wieder viele Teilnehmer dafür melden.

Aber nicht nur bei diesem Anlass ist die Zusammenarbeit mit der HFUK hervorragend. Die Verschmelzung von Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg klappt reibungslos und ist beispielgebend für effiziente Strukturreform. Wir sind seitens der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg sehr froh, dass dieses eigenständige Versicherungsinstrument in dieser länderübergreifenden Form zu unserem Wohle fortbesteht.

Zusammenarbeit mit der Hamburger Feuerkasse

Auch die historisch gewachsene Zusammenarbeit zwischen der Hamburger Feuerkasse und uns als Freiwillige Feuerwehr liegt uns sehr am Herzen. In besonderer Weise zeigt sich diese Institution mit so mancher Unterstützung uns zugewandt. Ich möchte einen herzlichen Dank sagen für die vielen Zuwendungen, die wir von Ihnen, Herr Dr. Essert, erfahren.

Besonderer Dank gilt an Sie, Frau Aschendorf, als bisherige Vorstandsvorsitzende. Ich komme darauf gern zu einem späteren Zeitpunkt zurück.

Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen (HiOrgs)

Meine Damen und Herren, seit dem Frühjahr nehme ich nun in meiner neuen Funktion an den Besprechungen des Arbeitskreises der Hilfsorganisationen teil.

Ich möchte mich zunächst bei Euch, Kameraden der HiOrgs, dafür bedanken, dass ich mit so offenen Armen aufgenommen worden bin. Mehrere Themen bewegen wir in diesem Kreise, die wir gemeinschaftlich und kameradschaftlich angehen. Ich muss zugeben, die Teilnahmen an diesen Veranstaltungen haben mir die Augen geöffnet, dass es noch anderes – neben der Freiwilligen Feuerwehr –  mit ganz anders gelagerten Problemstellungen gibt, die ihr – und die wir – gemeinsam bewältigen werden. Da bin ich mir ganz sicher.

Ausblick 2011

Ich komme jetzt zum Ausblick 2011. Es sei an dieser Stelle noch einmal deutlich hervorgehoben: Ich habe von meinem Vorgänger Hermann Jonas ein – wie sagt man: Gut bestelltes Haus – übernommen. Hermann, dafür bin ich Dir sehr dankbar. Es hat mir den Einstieg sehr geebnet.

Und dennoch – das ist dem Neuen so vorgegeben – wird es die eine oder andere Sache geben, die wir ändern werden. Wir haben in der Klausurtagung im vergangenen Monat mit den Bereichsführern zusammen gesessen und viele Dinge erörtert, die wir angehen müssen. Ich bin sehr froh, dass wir dieses Wochenende so zahlreich zusammen verbringen konnten und glaube, dass viele gute Ansätze nur darauf warten, verwirklicht zu werden. Die daraus resultierenden gegenseitigen Verpflichtungen sollen für mich Ansporn sein, die an mir gestellte Aufgabe noch kommunikativer zu erfüllen.

Einen besonderen Stellenwert lege ich auch auf die inhaltliche Neugestaltung der Geschäftsstelle, die mir schon seit dem Amtsantritt am Herzen liegt. Hier gibt es nach meiner Auffassung noch Potenzial, durch eine effizientere Aufgabenverteilung und Aufgabenstrukturierung zur Arbeitserleichterung für alle das tägliche Arbeitsgeschäft noch weiter zu verbessern. Ich bin da sehr zuversichtlich.

Um die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr ist mir nicht bange, wir sind gut aufgestellt. An der Spitze steht eine effiziente Führung, gestützt durch die Stäbe und unterstützt durch den Verwaltungsanteil, nämlich dem Landesbereichsmanagement.

Wir verwalten ein Budget in eigener Zuständigkeit, was uns die Steuerung der Mittelausgaben besser ermöglicht. Seit dem vergangenen Jahr ist es uns nicht mehr möglich, gemäß dem NHH-Projekt selbst die Ausgaben zu buchen. Ich hoffe, dass zumindest das Budget in unserer eigenen Zuständigkeit verbleibt. Die Beschaffung sollte für die Freiwillige Feuerwehr leichter gemacht werden. Dies würde allen Beteiligten mehr Spielraum für eine zügige Umsetzung von Beschaffungsvorhaben ermöglichen.

Unsere Ausstattung ist standardisiert, d.h. jede Feuerwehrfrau und jeder Feuerwehrmann kennt sich auch in jedem Feuerwehrfahrzeug einer anderen Wehr aus und kann die Gerätschaften bedienen; das ist insbesondere wichtig bei Großschadenslagen und beim notwendigen Tausch von Einsatzkräften.

Die Kernkompetenzen einer jeden Feuerwehr: Brandschutz, Technische Hilfe und Erste Hilfe kann jede Wehr mit ihrer Ausstattung wahrnehmen.

Zusätzliche Kompetenzen wie Wasserrettung, besondere technische Hilfe, Erstversorgung, ABC-Aufgaben, Ölseparation und Kommunikation sind sinnvoll über das Stadtgebiet auf einzelne Wehren verteilt.

Die Freiwillige Feuerwehr Hamburg ist eine Solidargemeinschaft, in der jede und jeder seinen Platz, seine Aufgabe hat und jede Wehr gleich wichtig ist. Nur so können wir unsere hohe Leistungsfähigkeit erhalten. „Einigkeit macht stark“ heißt auch, dass alle Organisationen, die im Katastrophenschutz tätig sind, im Einsatzfall nur gut funktionieren, wenn sie auch schon vorher einmal zusammen gearbeitet und geübt haben. Diese Zusammenarbeit ist mir wichtig und ich freue mit auf mehrere geplante gemeinsame Projekte.

In Zukunft wird es wichtig sein, weitere Bevölkerungsgruppen für das Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr zu gewinnen. Hier sei diesbezüglich noch einmal auf die kommende demografische Entwicklung hingewiesen. Insbesondere sind es die Frauen, die wir für unsere Aufgabe gewinnen müssen. Dies ist sicher keine leichte Aufgabe, aber die Anzahl der Frauen, die jetzt schon ihren Dienst in unseren Reihen leisten, macht Mut. Die Gewinnung von Mitgliedern mit Migrantionshintergrund ist noch viel schwieriger. Hier gilt es weitere Konzepte zu entwickeln, um auch diese Mitbürger und Mitbürgerinnen für unsere Ziele zu begeistern.

Durch die Arbeit unserer Wehren ist es bis heute gelungen, unsere Mitgliederzahl stabil zu halten. Vielen Dank dafür an die Wehren für diese tolle Leistung.

Auch zukünftig braucht die Freiwillige Feuerwehr Hamburg die öffentliche Anerkennung und Unterstützung als zweites Standbein der Feuerwehrarchitektur in Hamburg durch die Innenbehörde.

Zum Abschluss möchte ich mich für die Unterstützung bei meinen Aufgaben in der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg beim Senat, bei allen Abgeordneten in allen Parlamenten und den Parteien bedanken. Ich wünsche mir, dass uns diese Unterstützung erhalten bleibt, und von Euch, liebe Kameradinnen und Kameraden, wünsche ich mir, dass Ihr Euch weiterhin in der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg engagiert und ihr treu bleibt.

Vielen Dank.

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