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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

26.11.2014
Aktuelles

Neun auf einem Streich…


Neue Löschgruppenfahrzeuge für die Freiwillige Feuerwehr Hamburg ... Ein Reisebericht

Prolog: „Willst Du mit?“

Es passiert weiß Gott nicht jeden Tag, dass auf einem Schlag gleich neun nagelneue Großfahrzeuge für die Freiwillige Feuerwehr direkt vom Hersteller auf eigener Achse nach Hamburg überführt werden.

Aus diesem Grund gab es für mich nicht viel zu überlegen, als ich im vergangenen Frühjahr gefragt wurde, ob ich aufgrund meines Mitwirkens im Stab FF03 (Technik) bei diesem Vorhaben mit dabei sein möchte – na klar!

Da ich aber keine Fahrerlaubnis zum Führen eines LKW besitze, gab es für meine Person die Aufgabe, einen als Führungs- und Begleitfahrzeug vorgesehenen Kommandowagen (KdoW) zu fahren. Damit kehrte auch erstmal wieder Ruhe ein…

Bis mich dann vor ein paar Wochen die Nachricht ereilte: „Bereite Dich darauf vor, dass Du Ende Oktober bei der Firma MAGIRUS in Ulm bist, um bei der Überführung der neuen Fahrzeuge zu unterstützen!“

Nun denn, jetzt war der Zeitpunkt gekommen, meinen Brötchengeber davon in Kenntnis zu setzen, dass dieser für drei Tage auf meine Arbeitskraft verzichten müsste. Und schon ein paar Tage später schob ich dann noch die Bitte nach, meine Freistellung um eine ganze Woche zu verschieben – Schwierigkeiten bei der Endfertigung machten dieses notwendig. Aber auch das sollte mir gelingen, denn mein Chef trägt (zum Glück!) ebenfalls bei einer größeren Freiwilligen Feuerwehr im benachbarten Niedersachsen den blauen Rock…

Somit stand nun die endgültige Terminschiene fest:
Überführung der Fahrzeuge nach Hamburg am Freitag den 07. November.

Eine allgemeine Voreinweisung aller Beteiligten, einschließlich der Fahrer, erfolgte am Montag den 03.11. in „Der alten Remise“ an der Hauptfeuerwache am Berliner Tor. Und nun konnte die Reise losgehen!

Tag 1: It`s a long way to Ulm

An einem nasskalten und ungemütlichen Mittwoch sollte die Reise nach Ulm nun beginnen – aber zum Glück musste ich nicht allein anreisen: Als Mitfahrer und Reisegefährte stand mir Christian Römmer von der FF Berliner Tor zur Seite.

Chris war so zuvorkommend, „unseren“ KdoW, der an der Hauptfeuerwache am Berliner Tor bereitgestellt wurde, auch sogleich dort morgens um 07:00 Uhr zu übernehmen. Nach einem kurzem Stopp bei mir zuhause, ich sollte ja schließlich auch mit, ging es zu einem längeren Aufenthalt im Technikzentrum an der Großmannstraße.

Hier hatten wir für ein aktuelles Update des digitalen Fahrzeugfunkgerätes zu sorgen und wir mussten einige Gegenstände in Empfang nehmen und mit nach Ulm nehmen.

Unter anderem die komplette Schutzkleidung einiger Kameraden und ein paar Ausrüstungsgegenstände zur Absicherung von Unfallstellen und zur Erstversorgung von Verletzten.

Da die Fahrzeuge komplett ohne jegliche Beladung überführt werden sollten, wollten wir natürlich nicht völlig „nackt“, d. h. nicht ohne einen Grundstock an Ausrüstung zur Brandbekämpfung und zur Erstversorgung auf den Marsch gehen. Sollten wir unterwegs auf einen Unfall treffen, wollten wir nicht zur Untätigkeit verdammt sein – denn dort wo FEUERWEHR drauf steht, sollte ja auch Feuerwehr drin sein…

Dazu kamen dann noch die obligatorischen roten Taschen mit den Fahrzeugpapieren und den Fahrtenbüchern. Die Kennzeichen sollten wir dann auch noch mitnehmen, einer gehörigen Wartezeit inbegriffen, denn ein Kollege von F03 war just in diesem Moment auf der Zulassungsstelle, um die Kennzeichen zu besorgen – Rückkehr wohl gegen Mittag! „Nicht wirklich, oder? Solange wollen wir nicht mehr warten, schließlich ist es ein langer Trip nach Ulm und wir wollen auch mal dort ankommen!“

Und siehe da, man hatte Mitleid mit uns, und nachdem wir nun doch schon die ersten vier Kennzeichen übergeben bekommen hatten, bekamen wir nun endlich unsere ersehnte „Startfreigabe“. Die restlichen Kennzeichen sollten die am nächsten Tag anreisenden Fahrer mit dem Flieger nach Ulm bringen. Nun aber nichts wie weg, bevor man uns noch mehr aufbrummt… 😉

Also begann ich den ersten Part der langen Fahrt nach Ulm vom Hof des Technikzentrums direkt über die Anschlussstelle HH-Moorfleet auf die Autobahn A1 Richtung Süden. Da Chris und ich uns schon lange nicht mehr gesehen hatten, kamen wir ein bisschen ins quatschen und merkten dabei nicht, dass die Überleitung der A1 zur A7 wegen Bauarbeiten voll gesperrt war und so mussten wir noch einen kleinen ungewollten Abstecher in Richtung Bremen machen.

Naja, kann mal passieren. Gott sei Dank sollte das dann auch der einzige Patzer auf der langen Fahrt bleiben.

Die gesamte Fahrt erwies sich als völlig unspektakulär, bei einem ausgewogenen Tempo kamen wir zügig vorwärts, ganz ohne Staus oder sonstigen Zwischenfällen.

Kurz hinter Kassel hatte ich noch kurz die Gelegenheit, eines meiner Hobbys nachzugehen: auf einem Rastplatz konnte ich noch schnell zwei Geocaches finden und somit ein Souvenir aus Hessen an meine Statistik heften.

Danach hielten wir zu einer längeren Mittagspause an und Chris sollte anschließend den zweiten Part der Fahrt bis nach Ulm übernehmen. Hier hatten wir den Auftrag, direkt zur Firma MAGIRUS zu fahren und Werner Schirmer vom Stab FF03 „aufzulesen“.

Werner war dort schon seit geraumer Zeit vor Ort und mit der Endabnahme der neuen Fahrzeuge beschäftigt. Gegen 18:00 Uhr hatten wir dann unser Ziel erreicht und nach einen kurzem Anmelderitual beim Pförtner durften wir auf das Gelände von MAGIRUS einfahren.

Am sogenannten EXPERIENCE CENTER angekommen sahen wir sie zum ersten Mal: Neun funkelnagelneue LF-KatS – geradezu „jungfräulich“ und ungebraucht standen sie so in der großen Halle vor uns da – herrlich!

Ach ja, den Werner gab es ja schließlich auch noch, und nach einer kurzen Begrüßung fasten wir den Entschluss, nun auch gleich zum naheliegenden Hotel aufzubrechen. Also wieder rein ins Auto, das NAVI programmiert und los.
Aber Ohjeh, auch in Ulm gibt es den Feierabendverkehr und der hatte es in sich!

Wie länge hätten wir  unter optimalen Bedingungen gebraucht? 10 Minuten.

Wie lange hat es gedauert? Über eine Stunde, trotz einiger Versuche, vermeintliche Umfahrungen zu nehmen.

Im Hotel dann der obligatorische Check-Inn, danach eine knappe halbe Stunde Zeit zum Erfrischen und zum Umziehen, denn wir wollten nun noch irgendwo in der Nähe gemütlich zu Abend essen.
Und so sollte der Tag dann auch entspannt zu Ende gehen, bis auf die Tatsache, dass Werner mir noch (völlig überraschend) unterbreitete, dass mich am kommenden Morgen auch gleich ein „Spezial Job“ erwartete: Ich sollte gleich morgens gegen 06:30 Uhr mit dem KdoW nach Stuttgart, um zusammen mit zwei MTW der Firma MAGIRUS unsere Fahrer vom Flughafen abzuholen.

Na prima, das Ganze dann auch noch quasi in der Nacht und lange vor dem Frühstück…

Tag 2: Innovationen im MAGIRUS EXPERIENCE CENTER

Donnerstag, 06:30 Uhr: Pünktlich wie verabredet stand ich im Foyer unseres Hotels und wurde auch gleich mit einem freudigen Hallo von einem Mitarbeiter der Firma MAGIRUS begrüßt, der mich zum Flughafen von Stuttgart geleiten sollte.

Nachdem ich dann auch unseren KdoW aus der unübersichtlichen Tiefgarage gebracht hatte ging es auch schon gleich durch einen mäßigen Berufsverkehr auf die Autobahn. Leider war die Autobahn sehr voll und ich musste mich doch arg auf die Überholmanöver meines vorrauseilenden „Führers“ in seinem MTW konzentrieren, dass ich keine richtige Muße hatte, die schöne Gegend, teilweise im sanften Nebel gehüllt, zu genießen.

Da blieb nur noch die Hoffnung, dass wir rechtzeitig am Flughafen ankommen mögen dass dann noch die Möglichkeit besteht, einen schnellen Coffee-To-Go zu schlabbern oder gar noch ein Brötchen zwischen die Zähne zu bekommen.

Pustekuchen: Rush Hour gibt es auch in Stuttgart und so zottelten wir etwas zähflüssiger unserem Ziel entgegen. Unterwegs stieß dann noch ein zweiter MTW dazu – die MAGIRUS-Mitarbeiter hatten sich entsprechend abgesprochen.

Aber der Weg ist schließlich das Ziel und wir kamen doch noch endlich am Flughafen an. Reicht die Zeit noch für einen Kaffee? Nachdem wir durch die Schranken in die Parkzone eingefahren waren, kamen mir doch schon tatsächlich so ein paar bekannte Gestallten entgegen – wie, die sind schon alle da? Ich habe ja noch nicht mal eingeparkt!
Nach einer kurzen Begrüßung ging auch schon die Verteilung auf die Fahrzeuge los, das ganze Gepäck musste ja schließlich auch verstaut werden. In diesem geschäftigen Treiben zog mich dann ein MAGIRUS-Mitarbeiter beiseite, um mir schnell und endlich einen verdienten „Hallo-Wach-Kaffee“ zu spendieren – das hatte ihm unser Werner Schirmer ohne meines Wissens aufgetragen.

Der Tag war gerettet!

Da man aber schlecht einen Kaffee während des Fahrens genießen kann war ich dankbar über das Angebot eines mir aus „meinem“ Bereich bekannten Fahrers, den KdoW bis nach Ulm zurückzufahren. Gesagt, getan: nun konnte ich gemütlich bei einem Kaffee meinen Augen und die Seele an den Anblick der schönen Gegend erfreuen – und nebenbei schon mal von den neuen Autos schwärmen…!

So verging die Fahrt wie im Fluge und abermals traf ich am EXPERIENCE CENTER ein.
Und dann, als die Kameraden mit großer Spannung in die Halle traten gab es eben genau diesen Moment, den es wohl sonst nur mit Kindern bei einer Bescherung zu Weihnachten gibt: ein Strahlen zog über alle Gesichter – man hätte glatt das Licht ausschalten können!
Und was gab es nicht alles an Details zu entdecken, obwohl die Fahrzeuge hier vor Ort noch nicht mal mit Geräten beladen waren.
Aber leider mussten die Jungs aus diesem Zustand der stillen Begeisterung bald jäh herausgerissen werden: Es lag noch sehr viel Arbeit an diesem Tag vor uns.

Aber bevor es an die Arbeit ging, hatte die Firma MAGIRUS noch einen kleinen Snack und frischen Kaffee vorbereitet, um uns dabei auch offiziell zu der nun beginnenden Fahrzeugübergabe zu begrüßen.
Nach dieser willkommenen Stärkung wurde die Mannschaft in drei Gruppen eingeteilt und nun begann die Schulung auf die Fahrzeuge über vier verschieden Stationen:

1. Einweisung und Handhabung des gesamten Geräteaufbaues
2. Handhabung der im Heck eingebauten voll-automatischen Fahrzeugpumpe
3. Einweisung auf die Bedienung der Kontrollelemente im Führerhaus
4. Eine kurze Führung durch die Fahrzeugfertigung

Dabei kam man einfach nicht aus dem Staunen heraus, was man hier in Ulm in Sachen Ideen so auf dem Kasten hat – Innovation pur!

Das gesamte Programm zog sich über einige Stunden hinweg und zwischendurch genossen wir noch ein Mittagessen in der Werkskantine. 

Nachdem alle drei Gruppen die einzelnen Stationen durchlaufen hatten, erwartete uns noch zum Abschluss ein bisschen (na ja) Knochenarbeit: die korrekte Aufnahme der Steck- und Schiebeleiter sollte noch überprüft werden. Das bedeutete im Klartext: Leiterpark rauf, danach runter, zum nächsten Fahrzeug wuchten und so weiter… Dabei kamen noch ein paar kleinere Mängel zum Vorschein, die aber durch das Fachpersonal vor Ort gleich beseitigt wurden.

Somit waren die Fahrzeuge schon fast zum Abmarsch fertig – die restlichen Vorbereitungen sollten am nächsten Morgen erfolgen.

Damit war auch dieser Tag rum und Dank einer guten und ortskundigen Führung durch unsere Betreuung der Firma MAGIRUS konnten wir heute den Berufsverkehr geschickt umfahren und kehrten zügig in unser Hotel ein.
Und auch heute lautete die Devise: rasch einchecken, umziehen und frischmachen, denn es stand noch eine kleine Überraschung am heutigen Abend an.

Gesagt, getan – und pünktlich zur verabredeten Zeit waren wir schon wieder unterwegs. Die Fahrt führte uns diesmal zu einem abgelegenen, ehemaligen Objekt der Firma MAGIRUS, auf dem Mal Drehleiterfahrzeuge gefertigt wurden.

Hier ging es dann für uns in eine der Hallen hinein und es präsentierte sich uns eine urgemütliche Atmosphäre inmitten der industriellen Umgebung. Man hatte mitten in der Halle ein beheiztes Zelt aufgebaut, in dem bereits eine warme Mahlzeit zum Abendbrot und ein paar Getränke für uns vorbereitet waren. Somit ließen wir es uns erstmal kräftig schmecken.

Quasi zur Verdauung konnte man sich anschließend in der Umgebung auf eine ausgiebige Entdeckungstour machen, denn in vielen der anschließenden Hallen gab es unzählige Exponate aus der Firmengeschichte der Firma MAGIRUS zu entdecken. Unter der sachkundigen Führung unserer freundlichen Betreuer gab es viele interessante Informationen über die einzelnen Fahrzeuge aus dem Feuerwehr- und Baustellensektor.

Aber auch die angenehmsten Momente finden mal ein Ende, es war höchste Zeit, sich zu verabschieden, denn alle Fahrer mussten nun mal langsam in die Koje, für den nächsten Tag standen über 700 km Fahrt in den Norden an.

Tag 3: Roll out der Fahrzeuge und ab in den Norden!

Ein guter Tag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück, und so sollte es dann auch sein. Ab 6:45 Uhr kamen nach und nach alle Feuerwehrleute aus Hamburg in den Frühstücksraum unseres Hotels, um sich am üppigen und leckeren Buffet zu erfreuen.

Vor uns lag nun für den heutigen Tag ein langer Weg nach Itzehoe. Wir hatten den Auftrag, die Fahrzeuge zu einem dort ansässigen Ausrüster zu bringen. Die ganze Sache war auch noch ausgesprochen geheim, denn es sollte tunlichst ein Getümmel zur Begrüßung am Zielort vermieden werden.

Nach dem Frühstück und dem Auschecken im Hotel fuhren wir dann ein letztes Mal zum MAGIRUS EXPERIENCE CENTER, um nun endlich die Fahrzeuge zu übernehmen und in die Heimat zu überführen.

Aber vorher gab es noch einiges zu tun: letzter Check an den Fahrzeugen, Kraftstoff für alle sowie 1.600 Liter Wasser für die ersten drei Fahrzeuge der Kolonne tanken und unser Gepäck zu verstauen.

Die mitgeführten digitalen Funkgeräte wurden in die Marschgruppe des DMO eingestellt, somit war für den Verlauf der Fahrt die sichere Kommunikation untereinander gewährleistet.

Dann kam der große Moment: Motoren starten und langsam die Fahrzeuge aus der Halle lenken und im Außenbereich für das offizielle Übergabefoto im Halbkreis nebeneinander aufreihen.

Nun sollte es aber endlich losgehen und die Fahrzeuge wurden nacheinander zur Marschformation aufgestellt:

Den Anfang machte das Fahrzeug der FF Osdorf, denn hier war zu Probezwecken schon ein Teil der feuerwehrtechnischen Ausrüstung verlastet, und das sollte beim Auftreffen eines Schadensereignis zugutekommen.

Danach folgten die Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren Moorburg, Groß-Flottbek, Rahlstedt, Kirchwerder-Nord, Kirchwerder-Süd, Schnellsen, Retbrook, Oldenfelde und schließlich als Schlussfahrzeug unser KdoW, besetzt durch Werner Schirmer als Marschführer und mich als Kraftfahrer und Assistent.

Gegen 10:30 Uhr, eine halbe Stunde über der veranschlagten Zeit, setzte sich nach einer herzlichen Verabschiedung bei unseren Gastgebern unser Tross gemächlich in Bewegung.

Und schon kurz nach dem Verlassen des Werksgeländes gab es schon eine negative Überraschung: die anvisierte Anschlussstelle zur Autobahn war gesperrt. Da ist man zum ersten Mal im Leben in Ulm und dann auch noch so etwas! Aber es nutzte alles nichts. Einer kleiner „Umweg“ über einen Kreisverkehr musste in Kauf genommen werden.

Schliesslich erreichten wir letztendlich doch noch die ersehnte Autobahn. Jetzt ging es eigentlich nur noch auf der Autobahn A7 immer geradeaus.
Nun stellte sich aber die bange Frage, ob wir „sauber“ nach Hamburg kommen werden. Wie werden wir die zahlreichen Baustellen auf unserer Wegstrecke
passieren können, was erwartet uns alles an Staus?
Aber wider Erwarten sollte uns an diesem Tag das Glück mehr als hold sein:

Nicht ein einziger Stau bremste unsere Fahrt aus, und abgesehen von zwei größeren Stopps zum Tanken und zu Verpflegungsaufnahme kamen wir unseren angepeilten Ziel immer näher. Auch von Unfällen auf der Autobahn (von Eigenunfällen ganz zu schweigen) und größeren Pannen blieben wir zum Glück verschont, na ja, das zweitgenannte sollte man von neuen Autos auch erwarten können.

Schließlich erreichten wir Hamburg – und fuhren erstmal daran vorbei… Ach ja, das kleine Städtchen Itzehoe in Schleswig-Holstein sollte ja erstmal unser Ziel sein.
An der Abzweigung zur A23 trennten wir uns mit unseren schnellen KdoW von den Löschfahrzeugen, um schon mal vorauszufahren, damit wir in Itzehoe die Aufstellung vor Ort organisieren konnten.
Beim Ausrüster angekommen erwartete uns schon der Landesbereichsführer Andre Wronski, der sich die Gelegenheit auf eine erste Sichtung der neuen Fahrzeuge nicht entgehen lassen wollte.

Und schon wenig später trafen auch unsere Großfahrzeuge am Zielort ein und bezogen auf dem Hof der ausrüstenden Firma wie abgesprochen Aufstellung. Mittlerweile war es auch schon sehr spät geworden und ganz schnell wurden die Fahrzeuge verschlossen und die Mannschaft verteilte sich auf insgesamt vier Fahrzeuge, um den Heimweg nach Hamburg anzutreten.

Und damit ging die Überführung von neun Löschfahrzeugen für die Freiwilligen Feuerwehren erfolgreich zu Ende.

Epilog: Die offizielle Fahrzeugübergabe am Samstag den 22.11.2014

An diesem kalten und unfreundlichen Samstag-Morgen sollte nun endlich die für neun Wehren der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg lang ersehnte Fahrzeugübergabe erfolgen.
Zwei Wochen waren nun zwischen der Überführung vom Herstellerwerk aus Ulm bis zum Aufstellen am Festplatz der Übergabe vergangen. Die Fahrzeuge mussten bis dahin einige Stationen an verschiedenen Orten durchlaufen, bis letztendlich die gesamte Feuerwehrtechnische Beladung komplett verstaut, die Fahrzeugfunkgeräte konzipiert und auch alles andere Notwendige an seinem angedachten Platz untergebracht war. Die vergangenen Tage hatten für die Kameraden der Stabes FF03 ein hohes Quantum an Arbeit gebracht. Nun standen die Fahrzeuge an diesem Morgen dicht gedrängt zusammen auf dem Gelände der Feuerwehrtechnik in der Großmannstraße und warteten schon förmlich darauf, endlich „nach Hause“ gebracht zu werden.
Aber „gut Ding will Weile haben“, und so trafen sich wiederum ein paar Fahrer vom Stab am Morgen zu einem kleinen Frühstück mit belegten Brötchen und Kaffee, um die letzte Überführungsfahrt zu besprechen und die Personale auf die Autos zu verteilen.
Ein letztes Mal ging es im Verband auf die Piste, um nun zur Hauptfeuerwache am Berliner Tor zu fahren. Hier wurden wir bereits von den ersten Fotografen und Schaulustigen sehnsüchtig erwartet.
Auf dem Hof wurden die Fahrzeuge nebeneinander in eine möglichst repräsentative Formation gebracht – und nun konnte der Festakt beginnen!
Nachdem sich nach und nach der Innenhof der Hauptfeuerwache mit mehr oder minder stark vertretenen Abordnungen der betreffenden Wehren, Angehörigen anderer Einheiten und auch sonstigen Gästen sowie Pressevertretern gefüllt hatte, wurde der Festakt der Übergabe pünktlich um 10:30 Uhr durch eine kleine Rede des Landesbereichsführers eröffnet. Danach folgten ebenfalls kleine Reden des Oberbranddirektors sowie eines Vertreters der Firma MAGIRUS.
Dann kam endlich der ersehnte Moment für die überglücklichen Wehren und mit der Aushändigung eines übergroßen Schlüssels wurden nun die Fahrzeuge endgültig in ihre Obhut übergeben.
Nun folgten ein ausgiebiges Fotografieren, wohin man auch nur schaute: Gruppenfotos, Komplettansichtsfotos, Detailfotos… Jeder kam nun auf seine Kosten. Für die Mannschaft vom Stab FF03 gab es nun noch die Pflicht, die Fahrzeuge an die jeweiligen Wehren auch in technischer Hinsicht zu übergeben, was sich eine ganze Weile hinzog.
Dennoch fuhren die Fahrzeuge nach und nach mit ihren stolzen „Besitzern“ los zu den Heimatstandorten, denn hier warteten ebenfalls viele neugierige Wehrangehörige, die endlich einen Blick auf die neuen Fahrzeuge werfen wollten.
Nun war es auch für die letzten Anwesenden die Zeit gekommen, um aufzubrechen – the work was done!
Aber nach der Übergabe ist vor der Übergabe: Die Ersatzbeschaffungen für die ältesten der LF 16/12 wird nun auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Man sieht sich in ein paar Jahren sicherlich wieder!

Thomas Menschel, FF Wandsbek-Marienthal

 

Bilder: Thomas Menschel

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