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Freiwillige Feuerwehr Hamburg

16.06.2015
Aktuelles

Es gibt Dinge, die ändern sich nie…


20. Ausbildungslehrgang zum Sprechfunker der BOS bei der FF Wandsbek-Marienthal

Für die Erfüllung umfangreicher Aufgaben der Feuerwehren kann auch im heutigen, hochtechnisierten Kommunikationszeitalter nicht auf den Einsatz von herkömmlichen Sprechfunk verzichtet werden. Aus diesem Grund ist die FEUERWEHR HAMBURG seit Jahrzehnten ein Teilnehmer des exklusiven und besonders geschützten Funknetzes der BEHÖRDEN UND ORGANISATIONEN MIT SICHERUNGSAUFGABEN (BOS) in Deutschland.

Der Betrieb auf diesem Funknetz ist aufgrund der behördlichen Strukturen in der Durchführung und der Organisation durch vielzählige Vorschriften und Richtlinien bundeseinheitlich straff geregelt und erfordert von jedem einzelnen Funker ein sehr hohes Maß an Fachwissen und Disziplin. Die dazu gehörigen Kenntnisse werden in einem besonderen Ausbildungslehrgang zum Sprechfunker der BOS vermittelt.

Ursprünglich wurden diese Lehrgänge durch die damalige Landesfeuerwehrschule (heute Feuerwehrakademie) Hamburg abgehalten. Anfang der neunziger Jahre des vorherigen Jahrhunderts wurde dann aber die Abwicklung der Lehrgänge für die Freiwilligen Feuerwehren (FF) in Hamburg durch einen Beschluss des Arbeitskreises Fernmeldetechnik in die eigene Obhut genommen. Als Ausrichter wurden damals die sechs Wehren mit der Sonderaufgabe Fernmeldetechnik verpflichtet.

Somit begann dann auch für die FF Wandsbek-Marienthal im Jahre 1994 mit dem ersten Lehrgang die Ära der Ausbildung von Sprechfunkern/Sprechfunkerinnen der BOS. Und dieses Ausbildungsprogramm zog sich, bis auf eine Ausnahme im Jahre 2013, über die Jahre bis heute hin.

In diesen zwei vergangenen Jahrzehnten ergab die technische Entwicklung des BOS-Funks in unregelmäßigen Abstand immer wieder Ersatzbeschaffungen durch neuere Funkgeräte, deren Bedienung dann auf den Lehrgängen weitervermittelt werden musste. Ein wahrer Quantensprung begann dann im Jahre 2010.

Mit der Ausgabe von brandneuen Handfunkgeräten an alle operativen Einheiten brach bei der FEUERWEHR HAMBURG das Zeitalter des digitalen BOS-Funks heran. Und mittlerweile sind mit dem heutigen Stand auch die fest eingebauten Funkgeräte in den Fahrzeugen zur Kommunikation mit der Rettungsleitstelle „FLORIAN HAMBURG“ im täglichen Gebrauch.

Aber eines hat sich in all den Jahren nie geändert: die straffe, behörden-typische und förmliche Abwicklung des Sprechfunkverkehrs, die schon manche junge Feuerwehrleute während der Ausbildung fast an den Rand der Verzweiflung brachte…

In diesem Jahr wurde nunmehr zum 20. Male ein Ausbildungslehrgang durch die FF Wandsbek-Marienthal im Zeitraum vom 20.05. bis zum 06.06. durchgeführt. Insgesamt 23 Teilnehmer aus den Wehren FF Berne, FF Farmsen, FF Oldenfelde-Siedlung, FF Oldenfelde, FF Meiendorf, FF Rahlstedt, FF Tonndorf, FF Wandsbek-Marienthal, FF Bramfeld, FF Poppenbüttel und der FF Hummelsbüttel waren bei dem Jubiläumslehrgang dabei.

Im zweiten Jahr nach der vollständigen Umstellung auf den neuen Digitalfunk gab es eine Menge Lehrstoff zu vermitteln:

– gesetzliche Grundlagen

– physikalische Grundlagen

– Basics über das digitale BOS-Funknetz

– Funkrufnamen-Systematik der FEUERWEHR HAMBURG

– Fleetmapping (die Funkrufgruppen) der FEUERWEHR HAMBURG

– das Fernmeldetaktische Konzept (wer funkt wann mit wem)

– Verkehrsarten und Verkehrsformen

– Verkehrsabwicklung und Betriebssprache

– Meldungen und Rückmeldungen

– Gerätekunde

Zu dem letztgenannten Punkt fand in diesem Jahr sozusagen als Premiere ergänzend ein Zirkel-Praxis-Training mit den Themen

– Betriebsarten und Funkrufgruppen schalten

– DMO-Repeater in Betrieb nehmen

– ändern von Fahrzeug-Ressourcen im HELS-System

– Absetzen eines Notrufes im DMO

statt, das von den Teilnehmern mit großen Zuspruch angenommen wurde.

Aber wie auch in den ganzen Jahren davor war eine große, mehrstündige Funkübung der eigentliche Höhepunkt bei diesem Jubiläumslehrgang. Aber davor mussten die Teilnehmer bei einem schriftlichen Test ihre theoretischen Kenntnisse unter Beweis stellen, deren Ergebnisse dann letztendlich die Teilnahme an der Funkübung und den Abschluss des Lehrganges für alle Anwärter möglich machte. Aber mit einem leeren Bauch funkt es auch nicht so gut und so galt es nach einer kurzen Gewöhnungsübung mit den Handfunkgeräten, sich bei einem kräftigen Frühstück für die kommende Abschlussübung zu stärken.

Dann ging es endlich los: nach einer kurzen Einweisung durch die Übungsleitung wurden die zur Verfügung gestellten sechs Funkfahrzeuge besetzt und es erfolgten sobald die Einweisungen in den ersten Funkverkehrskreis.

Auch in diesem Jahr wurde die Übungsleitstelle in dem FüKom-Gespann der FF Wandsbek-Marienthal eingerichtet. Dabei fand die Übungsleitung mit der Auftragsvergabe  im ausgeklappten Anhänger Führung und Lage (AnhFüLa) ihren Platz und die beiden Übungs-Funkverkehrskreise für die Rückmeldungen wurden im Gerätewagen Fernmeldetechnik (GW-FM) eingerichtet. Ebenfalls wurde in diesem Jahr nicht auf die bewährte Einrichtung von insgesamt drei Funkverkehrskreisen verzichtet, die von den Teilnehmern ein stetiges Umschalten erforderte und somit gerade für diese Handlungen ein optimales und praktikables Training darstellte.

Und so lief der Übungsablauf nach diesem Schema ab:

– Schalten auf die Funkrufgruppe der Auftragsvergabe

– Übermittlung einer Aufgabe

– Umschalten auf die betreffende Übungs-Funkrufgruppe

– Anfahrt auf das Übungsobjekt

– Vor Ort die Erkundung

– Übermittlung der Erkundungsergebnisse

– Nach Abschluss der Aufgabe Umschalten zur Auftragsvergabe

– usw.

Bei der Abwicklung der Aufträge kam es aber nicht auf die Masse oder gar Schnelligkeit an, sondern ein ganz besonderes Augenmerk wurde auf die Betriebstechnik und die förmliche Übermittlung des gesamten Sprechfunkverkehrs gelegt.

Und auch diesmal taten sich die Teilnehmer teilweise damit schwer, gewisse (im BOS-Funk geradezu verpönte) Höflichkeiten wie z. B. „danke“ oder „bitte“ zu vermeiden. Und immer wieder drang der gewisse Slang durch, der schon manchen vorher aus dem Einsatzstellenfunk im „Feuerwehr-Alltag“ vorgelebt wurde und somit geradezu hartnäckig immer wieder in den Vordergrund trat. Aber das war auch schon vor 20 Jahren nicht anders!

Es gibt halt Dinge, die ändern sich nie…!

Aber nichts desto trotz verlief die gesamte Übung gut und alle Teilnehmer erreichten die erforderliche Riefe, zukünftig als Sprechfunker der BOS aktiv am Funkverkehr teilzunehmen zu dürfen.

Nach einer kurzen Abschlussbesprechung war dann mit der Übergabe der Lehrgangsbescheinigungen an die Teilnehmer dieser 20. Funklehrgang der FF Wandsbek-Marienthal erfolgreich beendet worden.

Und auch im kommenden Jahr wird es einen Lehrgang geben – wir hören uns?

 

Text und Bilder: Thomas Menschel, F2918

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Theoretischer Unterricht

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Die Übungsleitung während der Abschluss-Funkübung

Die Übungsleitung während der Abschluss-Funkübung

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Gemeinsames Antreten vor dem GW-FM
Die Ausbilder des Jubiläums-Lehrganges